Was bisher geschah: „Sharon
Caulfield?“ Atropos
blickte zum Vampir, der stöhnend zu Boden fiel. „Was ist das?
Was hast du mir angetan?“, fragte er und
sah die braunhaarige Fremde an. „Blut eines Toden, das wie Gift bei euch wirkt.“
Danach zog sie wieder ihre Waffe aus seiner Brust und schaute Atropos ernst an.
„Dieser Vampir funkt uns zwar nicht mehr dazwischen, aber du sollest dir lieber
Sorgen um Lachesis machen. Ich konnte zwar den Wendigo noch vor Klotho besiegen,
aber es hat Lachesis verletzt.“ Mit einem gefürchteten Blick hielt sich Atropos
die Hand vor dem Mund und schüttelte den Kopf. „Dann
müssen wir so schnell wie es geht zu meinen Schwestern…“
9.3. Wer ist Alucard?
(Teil 1)
Dwight und die braunhaarige Vampirin
landeten mitten in Dwights Wohnzimmer. „Wo sind wir hier?“, fragte sie
misstrauisch und warf ihm einen gefürchteten Blick zu. „Woher beherrscht du die
Telekinese? Bist du etwa..“ Hastig sprach er ihr dazwischen. „Frag nicht, sonst
bring ich dich gleich zu den Kriegern und die schicken dich wieder in die
Hölle.“ Olivia nickte zustimmend und fragte ihn aber, wieso er sich
in ein Vampir wandeln
wollte. Daraufhin setzte er sich hin, „Das geht dich zwar nichts an, aber sagen
wir so. Es ist eine familiäre Angelegenheit und ich will Ihnen einen Denkzettel
verpassen.“ Aufeinmal überkam ihm ein unwohles Gefühl. Er spürte wie
durch seinen Adern etwas dickflüssiges floss. Aufgeregt krempelte er sein
braunes Hemd hoch und sah, wie die Adern an seinen Armen ungewöhnlich herausstachen. „Was zum Teufel geschieht mit mir?“ Um ihn etwas zu beruhigen
versicherte Olivia ihm, dass es bald aufhören würde und er sich keine Sorgen
machen müsste. „Das ist Anfangs immer so. Dein Körper gewöhnt sich schon daran
und die hervorstechenden Adern gehen auch wieder zurück. Was aber noch kommt ist
der Durst nach Blut…“
Na super, er sollte sich keine Sorgen machen, aber sagte sie ihm die Wahrheit? „Du hast mich in ein schönes Schlammassel hineingezogen, ist dir das klar? Normalerweise sprechen wir das untereinander ab, wen wir als neuen Gefährten haben wollen“, jammerte Olivia und warf ihn schuldige Blicke zu. Langsam verflog der Schmerz in Dwight, wodurch er sich auf Olivia konzentrieren konnte. „Beruhige dich. Mit meiner Fähigkeit seid ihr doch nur noch stärker.“ Mitten im Gespräch klingelte Olivias Handy. Genervt nahm sie das Handy ab. „Hören Sie auf mich zu belästigen. Ich kenne kenne keinen Mitch.“ Sie drückte danach die rote Taste und blickte zu Dwight, der irgendwie sein Gesicht verzog, als er den Namen Mitch River hörte. „Kennst du ihn etwa? Der ruft mich die ganze Zeit an und fragt mich, wo ich bleibe.“
Schulterzuckend verneinte er ihre Frage. Plötzlich wurde aus der Küche ein Fenster eingeschlagen, wodurch die beiden verwundert in die Küche eilten. Es waren drei Vampire die nach Olivia suchten. Nun hatten sie ihre Komplizin gefunden und löcherten sie mit Fragen. „Was zum Geier hat dich gerieten? Haben wir nicht gesagt, dass wir uns um 1 Uhr im Downstate Medical Center treffen wollen. Der Schattendämon wollte mit uns Alcuard aufspüren“, der schwarzhaarige Vampir drehte sich kurz zum Fremden und wandte sich dann wieder zu Olivia. „Kannst du mir sagen, was das für ein Clown ist? Du machst immer das was du willst und langsam muss ich mir echt überlegen, ob du nicht eine Behinderung für unserer Pläne bist. Schließlich dudelt Alucard solche Vampire nicht.“ Etwas hilflos drehte sie sich zu Dwight und signalisierte ihm, dass sie geahnt hatte, dass sie wegen ihm noch Probleme bekommen würde. „Sie kann nichts dafür. Ich wollte gewandelt werden um an die Unsterblichkeit zu gelangen. Außerdem bin ich eine Bereicherung für euch.“ Skeptisch trat der schwarzhaarige Vampir zum Sohn des Kriegers und schnüffelte an ihn. „Du hast aber noch menschliches Blut in dir. Deine Verwandlung ist noch nicht vollendet.“ „Ich hoffe, dass ich demnächst ein vollwertiger Vampir bin, doch jetzt sollten wir wirklich zum Schattendämon“, mischte sich Olivia ein und hielt Dwight am Arm. Der schwarzhaarige Vampir mit den Namen Samuel wollte wieder vom Fenster aus hinaus kommen doch Dwight hielt ihn und seine beiden Gefährten auf. „So geht es schneller.“ Nach diesem Satz teleportierte er alle Vampire in die Universität…
****
„Na super, wir sind kein bisschen
schlauer geworden.“ Unruhig lief Tyler einige Schritte vor und dann wieder
zurück, doch immer blickte er zu Ethan, der nicht rausrücken wollte, was er über
den mysteriösen Mann wusste. „Hey in der Vergangenheit hat er uns zwar immer
irgendwie geholfen, aber diesmal sah es anders aus. Wieso hat er sich Wandeln
lassen? Für einen kurzen Moment hatte ich geglaubt, dass er auf unserer Seite
ist. Kannst du das verstehen?“ Kopfschüttelnd versuchte der Polizist seinen
Freund zu beruhigen und lenkte vom Thema ab. „Hast du nicht irgendwelche
Visionen, die uns vielleicht zu den Vampiren und ihren Absichten bringen
könnten?“ Tyler verdrehte genervt seine Augen und meinte, dass er noch nicht auf
Kommando Visionen herbeirufen könnte, sie würden einfach ohne jegliche Vorahnung
kommen.
Mitten in ihrer Diskussion erschien Atropos in einem hellen Licht vor ihnen auf.
„Wir müssen sofort zurück in unsere Wohnung. Es könnte sein, dass wir ein
weiteres Problem haben.“ Ohne zu zögern, packte sie Tyler am Unterarm und
berührte Ethans Schulter, wodurch sie zusammen den Ort verlassen konnten.
****
„Irgendwie kommt kein Vampir“, seufzte
Mason und sag zu Ellen rüber, die hinter der Treppe auf den Blutsauger
wartete, „Wir warten schon ziemlich lange und bis jetzt gab es noch keine
Anzeichen von ihnen, wollen wir nicht langsam zurück…“
Die Kriegerin aus Bronx drehte sich blitzschnell zu Mason und hielt ihm die Hand
vor seinem Mund, da sie durch die Tür hindurch blicken konnte und nicht wollte,
dass die Person, die womöglich gleich durch die Tür kommen würde, merkte dass
sie beobachtet wurde. Der Parfümduft, der so zart und süß duftete, war perfekt
auf Ellen, wenn es nach Mason ginge, abgestimmt. Ja es war kaum zu übersehen,
dass er Interesse an der Kriegerin hatte. „Psst,
da kommt jemand und vielleicht ist es diesmal unser Vampir.“
Nickend blickte er an Ellens Kopf vorbei und wartete gespannt darauf, wer die
Tür öffnen würde.
Ein glatzköpfiger Mann lief durch die Tür und steuerte direkt in die Richtung, wo die beiden gerade dahinter versteckt waren. Plötzlich öffnete sich auch die Tür von der anderen Seite und eine junge Frau, braunhaarig und die Frisur in einem Pagenschnitt, trat zusammen mit drei weiteren in den langen Flur hinein. „Sie sind unter der Treppe“, schrie der glatzköpfige Mann und rannte auf die Treppe zu. Sie waren entlarvt, aber wer um alles in der Welt hat den Vampiren gesagt, dass die Krieger hier auf sie lauerten? „Na wen haben wir denn da? Habt ihr etwa auf uns gewartet?“ Mit dieser Situation hatten Ellen und Mason nicht gerechnet. Die Vampire sind hinter ihrem Plan gekommen und standen nun drohend vor ihnen. Noch bevor Mason und Ellen ihre Waffen zücken konnten, packten die großen Männer und schlugen sie zu Boden. Bewusstlos lagen sie nun am Boden und rührten sich kein bisschen. Gerade als die Vampire sie töten wollten, tauchte aus einem grellen Licht, welches die Vampire kaum ertragen konnten, Atropos auf und orbte sich mit den Kriegern fort. Wütend schlug der glatzköpfige Vampir gegen das Treppengeländer. „Verdammt, mit der Göttin hatten wir nicht gerechnet…“
****
Im Wohnzimmer saßen Ethan, Tyler und
Sharon auf die Ankunft von Atropos mit den zwei weiteren Kriegern. Mittlerweile
wussten die beiden bescheid, weshalb Lachesis und Klotho nicht hier waren. Sie
mussten zu den Göttern im Himmel um Lachesis vor einer Verwandlung in ein
Wendigo zu verhindern. Atropos war wieder zurück. Am Boden lagen Ellen und
Mason. „Sind das die Krieger? Was ist mit ihnen passiert?“, fragte Sharon und
wandte sich zu Atropos die etwas besorgt aussah. „Ja das sind Ellen und Mason.“
Etwas benommen erwachte Mason von dem harten Schlag auf den Kopf und langte
sich an der Stirn, die eine Platzwunde hatte. „Überanstrenge dich nicht. Ich
hole schnell ein kaltes Tuch um deine Wunde zu versorgen.“ Mit diesen Worten
verschwand die Göttin aus den Wohnzimmer und holte wie gesagt das Tuch. Sanft
rüttelte er an Ellen, die immer noch bewusstlos war. „Hey Ellen, wach auf. Atropos hat uns vor schlimmeres bewahrt.“ Langsam kam dann auch Ellen wieder zu
sich und blickte verwirrt die Anwesenden an. „Autsch, mein Kopf. Ich hatte seit
langem nicht mehr so starke Kopfschmerzen.“ Sharon stand auf und schaute zu
Mason. „Ich vermute mal, dass ihr die Vampire
nicht aufhalten konntet.“ Mason
schüttelte bedrückt den Kopf.
„Nein, leider nicht. Kannst du mir aber verraten wer du bist?“ Nun mischte sich Tyler an, der die Kriegerin aus Manhattan auf seine Art vorstellte. „Sharon Caulfield aus Manhattan. Die Kriegerin, die wahrscheinlich die skrupelloseste von uns ist.“ Daraufhin warf Sharon dem Anwalt einen bösen Blick zu und schüttelte den Kopf. „Wenigstens komme ich mit meiner Aufgabe zurecht. Bei dir sieht man es doch, dass dich die ganze Dämonensache überfordert.“ Empört stand Tyler auf. Sie lag falsch, da er fand, dass er mittlerweile langsam in seine Bestimmung hineinwuchs. „Kommt jetzt hört mal auf. Diskutieren könnt ihr ein andermal“, mischte sich Atropos ein, die das kalte Tuch dem Krieger aus Staten Island reichte. Doch dieser legte es nicht auf seine Stirn, sondern drückte Ellen das Tuch in die Hand. „Nimm du das, ich halte das schon aus.“ Mit verlegener Miene, drückte sie das Tuch gegen ihre Wunde.
„Da nun alle da sind, berichte ich euch, was der Vampir kurz vor seinem Tod zu mir gesagt hat“, warf Sharon in die Runde und blickte nach und nach die Anwesenden an, „Die Vampire haben erfahren, dass Alucard in einem der Downstate Medical Center Studenten wiedergeboren wird. Doch bis jetzt konnten sie die Person nicht identifizieren. Außerdem sind die Blutreserven Geschenke für den Baron, die er kurz nach seinem Erwachen bekommen würde. Ich würde vorschlagen, dass wir am frühen Morgen sofort in der Universität aufkreuzen sollen, um jeden Studenten auf auffälliges Verhalten kontrollieren zu können.“
Nickend stimmte Tyler zu, doch den ganzen Tag konnte er nicht mit der Suche verbringen, da er ja am Abend die Verlobungsfeier hatte. „Und wie wollen wir an die Studentenakten kommen? Ich denke nicht, dass die Universität uns die Akten freiwillig übergibt.“ Mitten in ihrem Gespräch tauchten Lachesis und Klotho wieder auf. Lachesis sah wieder gesünder aus und hatte gleich eine wichtige Information für die Anwesenden. „Die Götter haben uns mitgeteilt, dass ein mächtiger Dämon es irgendwie geschafft hat, die wahre Identität aller Dämonen zu verbergen. Das heißt, dass wir die Dämonen nicht mehr wie sonst auch, erkennen können. Außerdem ist es an der Zeit, Isaac, den fünften Krieger aus Queens mit seiner Bestimmung zukonfrontieren.“ Einerseits freuten sich die Krieger auf einen weiteren, der sie tagkräftig unterstützen würde, doch machten sie sich etwas Gedanken darüber, wie Isaac über die Wahrheit seiner Vergangenheit reagieren würde. Außerdem wussten sie nicht, wie schnell er mit seiner Fähigkeit umgehen konnte. "Wir müssen so schnell wie möglich Alucard finden und schneller als die Vampire sein. Sharon war richtig vernarrt in dieser Vampirgeschichte. Vielleicht lag es an ihrer Vergangenheit, die sie ihr Leben lang prägen würde. Nur wegen den Vampiren verlor sie in der Vergangenheit ihre Eltern und wurde dadurch zur Vollwaise. Klotho riet der Anwesenden sich zu Ruhe zu setzen, da dieser Tag noch ziemlich anstrengend sein würde und sie jede Unterstützung gebrauchen konnte. "Überlegt euch, wie wir die ganze Sache über die Bühne bringen wollen und wie wir an die Akten kommen.“ Mit diesen Worten trennten sich die Wege und alle, die nur zu Besuch in Brooklyn waren, ließen sich in einem Hotel nieder...
In Tylers und Avas Wohnung
Total erschöpft schmiss sich Tyler in das Bett und kuschelte sich zu seiner Freundin, die schon seit Stunden tief und fest schlief. Leise flüsterte er ihr ins Ohr, „Ich werde dich beschützen, keine Angst…“ Danach schloss er seine Augen und bekam eine Vision, die ihn beunruhigte.
Tylers Vision
Tyler stand mitten in einer Menschenhysterie. Panisch schreiend, rannten die Menschen an den Anwalt vorbei und suchten das Weite. Um herauszufinden, was sich gerade abspielte, lief er auf das große Gebäude zu, dass sich als Downstate Medical Center entpuppte. Die Fenster waren alle verdunkelt und die Eingangstür wurde von innen verriegelt. Verängstigte Menschen schlugen gegen die Glastür und wollten hinaus, doch diese wurden von Vampiren angegriffen und ausgesaugt. Was war passiert? War das der Angriff der Vampire? Mitten im ganzen Getümmel sah Tyler Mitch, der besorgt auf der Treppe stand und das ganze Szenario ansah. Bevor der Anwalt zu ihm laufen konnte, wurde er wie aus Geisterhand in die Universität gezogen. Das was er im Gebäude sah, bereitete ihm eine ungeheure Gänsehaut. Überall lagen die ausgesaugten Studenten. Reglos und überall mit Blut verschmiert. Zwischen den ganzen Leichen, standen die Vampire, zynisch lachend ihren Triumph feierten. Wieder erkannte er die braunhaarige Vampirin aus dem Krankenhaus. Etwas weiter hinten stand Dwight, der so wie die restlichen Vampire jubelnd seine Arme in die Luft streckte. Er blickte auf die Uhr, es war 14 Uhr. Noch in seiner Vision sprach er zu sich selbst, dass er vor 14 Uhr in der Universität aufkreuzen musste...
Schweißgebadet
wachte Tyler in seinem Bett auf. Die Sonnenstrahlen, die auf seine Stirn schien,
lies die Schweißperlen glänzen. „Hast du wieder
einmal schlecht geschlafen?“, flüsterte Ava und
drehte sich zu ihrem Freund. Im ersten Moment kam kein einziges Wort heraus, da
der Anwalt von seinem Traum so überwältigt war. Mit einem besorgten Ausdruck im
Gesicht legte Ava ihren Kopf auf Tylers Brust. Sein Herz pochte so stark, dass
sie den Puls auf ihrer Wange spürte. „Glaubst du, dass du irgendwann mal mit
der Kriegersache abschließen kannst? Ich will nicht, dass du Tag für Tag dein
Leben für die Menschheit riskierst. Außerdem braucht dein Kind sicherlich auch
die vaterliche Erziehung…“ Gerade noch
streichelte Tyler seiner Freundin sanft durch den Rücken und mit einem mal
richtete er sich überrascht auf. „Welches Kind?“
„Liebling, wir bekommen Nachwuchs.“,
mit gläsernen Augen legte Ava ihre Hand auf Tyler Schulter.
In diesem Moment wusste Tyler nicht, ob er sich freuen oder Sorgen machen sollte. „Ich wollte es dir schon gestern sagen, aber da kam Ethan dazwischen.“ Ava sah die Sorgenfalten, die sich auf der Stirn abbildeten und war sich nicht mehr sicher, ob es gut war, einfach mit der Tür in das Haus zu fallen. „Ist was? Freust du dich nicht Tyler? Sag doch was?“ Kopfschüttelnd blickte er in ihre Augen und drückte sie an sich. „Nein, mach dir keinen Kopf. Ich freue mich natürlich auf unser Kind... Unser erstes gemeinsames Kind... Glaubst du, dass er mehr von dir haben wird oder von mir?“ In sich hineinlachend fragte sich der Anwalt, ob er in Zukunft auf zwei Personen aufpassen konnte, da er nicht wusste, wie stark er sein würde...
Polizeirevier
Ethan druckte sich in seinem Büro die Namen der Studenten auf. Als der Name Mitch River auftauchte, fiel ihm wieder ein, dass der Student einen Sturz aus dem Hochhaus ohne schweren Schäden überlebt hatte. War er etwa der mächtigste Vampir? In seinen Gedanken versunken, erschrak er sich leicht, als es an der Tür klopfte. Carmen trat in das Zimmer und lief zu Ethan. „Gehen wir beide eigentlich heute zusammen auf Tylers und Avas Verlobungsfeier? Ich kann diesmal auch fahren. Du musst nicht immer am Steuer sein. Sicherlich würde Tyler sich freuen, wenn du mit ihm anstoßen könntest.“ „Äh. Ja,.. Klar können wir zusammen gehen. An was anderen hatte ich gar nicht gedacht“, lächelte Ethan und versteckte schnell die Studentenliste in eines seiner Schublade. Carmen merkte, dass Ethan etwas nervös war und runzelte die Stirn. „Hey Ethan ist was mit dir? Du siehst so besorgt aus…“ Kopfschüttelnd meinte der Polizist, dass er womöglich nur zu wenig geschlafen hätte. Daraufhin stand er auf und stellte sich vor Carmen. „Wollen wir uns schnell einen Kaffee holen?“ Carmen hasste es, wenn Ethan immer so nahe vor ihr stand und sie direkt in ihre Augen sah. Sie war dann immer so verunsichert, da ihr Herz durch seine warmherzigen braunen Augen schneller schlug. Ja, sie hatte immer noch Gefühle für ihren Arbeitskollegen und diese wurden nicht weniger, sondern von Tag zu Tag mehr. Doch Carmen wusste nicht, wie sie ihn einschätzen sollte. Mal machte er ihr eindeutige Signale und manchmal gar nicht. Sie hoffte inständig, dass sie bald schlauer sein würde…
****
Tyler
rief Atropos an und wählte in seinem Handy, den menschlichen Namen, der Göttin -
Amy Sawyer.
„Hallo Atropos, seid ihr schon an der
Universität? Ich habe in dieser Nacht wieder eine Vision gehabt und ich denke,
dass sich bald etwas in der Universität ereignen wird, die verheerende Folgen
haben könnte!“
- „Nein, wir sind noch in Queens bei Isaac. Als
er uns zum ersten Mal gesehen hat, fiel er in Ohnmacht... Wir kommen aber so
schnell wie möglich... Die Anderen müssten aber bereits dort sein. Wir treffen
uns dort.“Danach legte sie auf.
Verdattert schaute er sein Handy an und
steckte es wieder in seine Hosentasche. „Hope
und ich werden in die Stadt fahren um nach ein Brautkleid zu suchen. Vergiss
nicht, dass wir beide heute im Restaurant 360 unsere Verlobung bekanntgeben.“
Mit einem breiten Grinsen nickte er seiner Freundin zu, die mal wieder
bezaubernd aussah und lief zu ihr um ihr einen Kuss zu geben. Ava merkte, dass
ihn etwa beschäftigte, fragte ihn aber nicht, da sie sich denken konnte, dass es
wieder irgendetwas mit Dämonen zu tun haben könnte. „Überlaste
die Kreditkarte nicht so arg.“ Tyler gab Ava
einen leichten Klaps auf ihr Gesäß, woraufhin sie kurz aufsprang. „Hey
hey, mach dir keine Sorgen, ich werde deine schönste Braut sein, die du je
gesehen hast... und ich hoffe doch stark, dass ich die erste und letzte bin, die
dich heiraten wird.“ Lachend verdrehte Tyler
seine Augen und hielt ihr die Tür auf. „Also
komm, wir beide dürfen Heuteabend nicht zu spät kommen. Wir beide wollen ja die
verdutzen Gesichter unsere Eltern sehen.“…
Downstate Medical Center
Mason
schlenderte mit Ellen den langen Gang entlang und sah sich die Bilder und
Auszeichnungen, die an der Wand hingen oder in Schränken aufgestellt wurden an.
„Wann kommen denn die anderen? Wir haben schon
kurz nach zehn. Wir kamen schon zu spät und dachten, dass die Anderen auf uns
warten würden, aber da haben wir uns wohl getäuscht.“
Kaum hatte Mason das ausgesprochen, hörte er, wie jemand nach den beiden rief.
Als sie sich umdrehten, erblickten sie Sharon, die für Masons Geschmack zu
auffällig gekleidet war. Sie trug eine schwarze enge Hose aus Leder und einen
engen trägerlosen schwarzen Top. Es schien außerdem so, als wäre sie noch bei
einem Bäcker gewesen, denn in ihrer Hand hatte sie einen Donut, den sie in sich
hineinschlang. „Wartet ihr schon lange?“
Kopfschüttelnd teilte Ellen ihr mit, dass sie auch erst vor zehn Minuten
gekommen sind, aber sie nun wirklich anfangen sollten, Alucard zu suchen.
„Wisst ihr wo die ganzen Studentenakten sind?“ Daraufhin zeigte Mason auf das Zimmer am Ende des langen Flures, „In diesem Zimmer. Der Direktor sitzt gerade darin und ich denke, dass wir ganz bestimmt in die Akten hineinsehen können, wenn wir ihn nur freundlich fragen“, mit dem ironischen Unterton wollte Mason sagen, dass es nicht leicht sein würde, unbemerkt an die Akten zu kommen. „Haha, Witzbold. Na dann müssen wir irgendwie den Direktor aus dem Zimmer locken und für eine Weile fern halten“, schlug Sharon vor und lief in die Richtung des Zimmers. Während die beiden ihr folgten, fragte Ellen, wie sie denn den Direktor ablenken wollte. „Naja, ich habe gedacht, dass du eine angehende Studentin spielen könntest und er dir kurz die Universität und ihre verschiedenen Räume zeigen könnte. In der Zwischenzeit werde ich die Akten durchwühlen.“ Sharon bewies mal wieder, dass sie ihre Bestimmung als Kriegerin sehr ernst nahm und immer irgendwelche Pläne hatte, um an Informationen zu kommen. Mason war über ihren Vorschlag positiv gestimmt und blickte zu Ellen, die nur noch zustimmen müsste. „Ok, aber alleine will ich das nicht machen. Mason willst du mir dabei helfen?“ „Entscheidet euch, wir sind gleich da.“ Nickend willigte Mason ein und packte unerwartet Ellens Hand. Danach zog er Ellen vor die Tür und klopfte daran „Sharon verstecke dich hinter dem Regal und komm erst hervor, wenn wir außer Reichweite sind.“ Schnell huschte die Kriegerin aus Manhattan hinter dem Regal und wartete darauf, dass der Direktor die Tür aufmachte. „Guten Tag, was kann ich für sie tun?“