8 | Dämonenkind

Was bisher geschah:

8.5. Dämonenfamilie

In Ethans Traum

Zögerlich fasste Ethan mit der rechten Hand den Spiegel an. Kurz darauf wurde der Spiegel schwarz und eine Gestalt in einer Schwarzen Kutte erschien im Spiegel:

Ihr seid der Retter in Not,
rettet eure Freunde vor dem Tod,
so mutig und Klug,
kommt ihr hinter den Betrug.

Findet die große Wiese im Park,
Die Schuldige ist Clever und auch Stark,
entwendet ihr das dicke Buch,
und brecht somit den langjährigen Fluch.
So werdet ihr alle Heil erwachen,
und über eure Träume lachen.
So verliert nun keine Zeit,
Seid ihr für eure Mission bereit?
"

Danach verschwand der Mann im Spiegel wieder und Ethan konnte sich wieder selbst im Spiegel sehen. Nate war noch überwältigt von dem, was er gerade gesehen hatte und war sprachlos. Es war Ethan, der ihn drängte, aus dem Zimmer zu gehen. Er hatte viele Informationen bekommen und musste sie nun richtig Ordnen. Etwas geheimnisvoll und verschlüsselt waren seine Vorhersagen und so war es schwer herauszufinden, welchen Park der Spiegel in Brooklyn meinen könnte. Da sie in der Nähe von den Brooklyn Heights waren, war der nächste Park der „Prospect Park". Sie mussten ungefähr 3 km laufen und das wäre definitiv zu zeitaufwendig. Als sie aus dem Cafe waren, meinte Nate dann schließlich, „Sollen wir nicht ein Bus nehmen? Wir müssten halt schauen, ob einer gleich fährt.“ Da die Idee gut war, liefen sie zur Bushaltestelle und schauten, ob ein Bus demnächst kommen würde. Zum Glück fuhren sie immer alle 15 Minuten, weshalb sie noch knapp 7 Minuten warten mussten, bis der nächste kam. Hoffentlich würden sie nicht zu spät kommen, da sie im Park ja noch nach einer großen Wiese suchen mussten.

Du bist in einer Zeitschleife gefangen, nicht wahr? Verliefen deine Tage immer gleich ab?“ Nate schüttelte den Kopf und teilte dem Polizisten mit, dass er jedes Mal versuchte, hinter das Geheimnis zu kommen, aber irgendwie immer scheiterte. „Mit jedem Versuch hier raus zukommen, verliere ich ein Stück von meinen Erinnerungen. Ich denke, dass ich noch viel mehr in meinem Gedächtnis habe. Das kleine Mädchen, welche deine Freunde und mich hier gefangen halten, behält eine gewisse Distanz zu uns. Anfangs versuchte ich noch nach ihr zu suchen, habe es aber aufgegeben, da ich gemerkt hatte, dass ich dadurch älter wurde. Es ist anscheinend eine Sünde. Mir kommt sie so bekannt vor, aber ich weiß nicht woher. Allein schon der Gedanke an sie macht mich wütend. Ich frage mich außerdem, ob sie weiß, dass du in ihre Welt eingedrungen bist...

In Tylers und Avas Traum

Der Gin brachte Tyler auf eine Wiese, wo Ava neben einen gläsernen Sarg saß und wild um sich fuchtelte. Sie waren ungefähr 10 Meter voneinander getrennt und so rannte er hocherfreut über Avas Anwesenheit zu ihr hin. Dafür, dass sie ihm drei Wünsche gewehrte, durfte sie sich was von dem Finder nehmen. Und war der letzte Wunsch ausgesprochen, so würde Tyler zu einem Flaschengeist werden (in der Realität sterben) und sie selbst wieder ein Mensch. Da Gins sich an den Leid der Anderen erfreute, nahm sie Tyler etwas wichtiges Weg. Es würde sich nur noch um Sekunden handeln, bis er merkte, was ihm fehlen würde.

Tyler stellte sich hinter Ava und wollte diese von hinten überraschen. „Hallo? Wer ist da? Ich kann nichts sehen… Bitte helfen Sie mir… Ich weiß nicht wo ich bin und was ich hier mache“ Als Tyler sein Mund öffnete um seiner Freundin mitzuteilen, dass er hinter ihr stand, merkte er dass er kein Ton heraus bekam. Fassungslos langte er sich an seinen Hals und versuchte währenddessen etwas zu sagen. Vergebens. Er schrie, doch es kam kein einziger Laut heraus. Er war stumm. Wütend drehte er sich um und giftete Gin an, die anfing schadenfroh zu kichern. Ava wurde nervös und fing an zu schreien, „Wer ist da?“ Ihr Freund versuchte sie zu beruhigen und legte seine Hände auf ihre Schulter. Infolgedessen zuckte sie erschrocken zusammen und hörte auf zu schreien. Stattdessen zitterte sie am ganzen Körper, weil sie Angst hatte, dass derjenige, der sie gerade anfasste, ihr etwas Schlimmes antun wollte.

Tyler glitt langsam von Schulter hinunter zu ihren Händen. Vorsichtig umfasste er ihre kalten, zusammengeballten Hände. Danach drückte er sie zärtlich an sich, wodurch Ava den Duft wieder erkannte, den ihr Freund hatte. Um sicher zugehen, dass es ihr Freund war, drehte sie sich langsam um und tastete erst sein Gesicht ab und danach seine Haare. „Tyler? Bist du das wirklich?“, fragte sie mit leicht erhöhter Stimmlage und bekam als Antwort eine innige Umarmung. Nun fühlte sie sich nicht mehr so alleine und war so froh, in der ganzen fremden Situation, wieder etwas Vertrautes zu haben: „Wenn ich dich nur sehen könnte. Ich habe solche Angst, was geschieht mit mir? Wo sind wir?“ Besorgt sah der Anwalt hinunter zu seiner Freundin und wollte sie mit Worten trösten, doch leider blieb er stumm. „Wieso antwortest du mir nicht? Willst du nicht oder kannst du nicht?

Tyler packte ihre Hand und führte diese zu seinem Mund. Dann bewegte er diese und wollte damit sagen, dass er nicht mehr sprechen konnte. Als Ava verstand, was er ihr sagen wollte, schossen ihr Tränen in die Augen. Die Situation war für beide Schlimm, doch Gin hatte kein Verständnis, da sie nur an sich dachte. „Habt ihr beide es bald? Ja wie tragisch, die eine ist Blind und der andere ist Stumm. Mein Gott, ihr macht ja so, als würde eine Welt dadurch untergehen. Sag mir wie dein dritter Wunsch lautet, so dass ich endlich von diesem Fluch befreit werde!“ Der Gin schritt näher und drängte Tyler, seinen Wunsch auszusprechen. Wütend sah er sie an. Er hatte doch offensichtlich andere Sorgen! Doch aus heiterem Himmel tauchte plötzlich das kleine Mädchen hinter Gin auf und sah wütend aus.

So steht das nicht in meinem Buch! Wie konntest du nur diesen fatalen Fehler begehen! Du solltest die beiden nicht zusammen führen! Siehst du, wie sich meine Geschichten neu zusammensetzen?“ Aus dem aufgeschlagenen Buch sprangen verschiedene Bilder und Wörter heraus und Andere fügten sich selbstständig in das Buch hinein. „Ja aber ich wusste nicht, dass es zwei Avas hier gibt. Das konnte ich doch nicht wissen. Es ist nicht mein Fehler!“ Zornig streckte das kleine Mädchen ihre Hand in Gins Richtung und faltete sie langsam zusammen. Infolgedessen klappte Gin vor Schmerz zusammen und räkelte sich am Boden. „Nein, dass kannst du nicht machen! Ich habe nur das getan, was mein Finder von mir verlangt hatte. Nein, bitte hör auf. NEEEEEIIIIIN!

Long Island College Hospital

Dwight ging von Zimmer zu Zimmer und suchte nach dem kleinen Mädchen. Da Geister einen leichten Schwefelgeruch hinterließen, musste er auf sein Geruchsinn vertrauen. Bis jetzt war zu seinem Unglück jedes Zimmer Schwefelfrei. Hochkonzentriert lief er den Gang entlang und wurde unerwartet auf den Rücken angetippt. Als Tylers Sohn sich verwundert umdrehte, erblickte er eine junge Frau, mit langen hellblonden Haaren. Ihre blauen Augen fielen sofort auf, da sie auffällig blau waren. Verliebt und zugleich etwas besorgt sah sie Dwight an. „Du sollest mir doch nicht folgen. Die anderen schöpfen womöglich Verdacht“, flüsterte der 20-jährige und nahm sie in seinen Armen. Diese strich ihm durch die Haare und meinte, dass sie ihn vermissen würde und dass sie helfen möchte. Nach diesen Worten drückte er sie leicht von sich um nochmals in ihre Augen zu schauen. Sein Blick wurde ernster: „Madison du hilfst mir, in dem du Violet vor den Anderen beschützt. Bitte geh wieder zurück, ehe die Anderen merken, dass du hier warst.

Die blonde Frau drehte ihren Kopf zur Seite. „
Anscheinend kommst du hier aber nicht voran. Soll ich dir wirklich nicht helfen? Verstehst du denn nicht, dass ich mir einfach Sorgen um dich mache? Was ist, wenn du nicht mehr zurückkommst? Willst du mich etwa alleine lassen?“ Viele Fragen, worauf Dwight zu dieser Zeit keine Antwort hatte, da er ihr nichts garantieren konnte. Unerwartet verspürte Tylers Sohn einen stechenden Schmerz, der sich durch seine ganzen Glieder verbreitete. Er verzog sein Gesicht und stützte sich an der Wand ab. „Dwight, was geschieht mit dir?“ Madison legte besorgt ihre Hand auf Dwights Schulter und wurde unruhig, als sie merkte, wie ihre Hand abrutschte, da Dwight sich für Sekundenbruchteile auflöste. Nun verstand Madison, was mit ihrem Freund geschah. Seinem Vater musste es wohl gesundheitlich nicht gut gehen, wodurch Dwights Zukunft in Frage stand.

Schnell führte Madison ihn in ein Zimmer und redete mit ihm. „Hey, halte durch ok? Ich werde Clairly finden. Ruh dich hier bitte aus und vermeide jeglichen Stress.“ Obwohl Dwight schreckliche Schmerzen verspürte, zog er sein Gesicht zu einem Lächeln und legte seine Hand auf ihre leicht gerötete Wange. Schwer atmend und in einer gekrümmten Haltung blickte er in ihre Augen, „Ich verstehe es nicht, weshalb mein Vater was gegen dich hat. Obwohl du ein Halbdämon bist, sorgst du dich um deine ganzen Mitmenschen und…“ Noch bevor Dwight zu Ende sprechen konnte, verlor er das Licht in seinen Augen und fiel bewusstlos zu Boden. Entsetzt kniete sich Madison zu ihrem Freund. Tränen schossen in ihre Augen. Sie war wütend und traurig zu gleich. „Du kleines Biest, ich werde dich so was in die Hölle zurück versetzen, dass du dir wünschtest, kein Deal mit einem Dämonen gemacht zu haben…“ Madisons Augen wurden pechschwarz und mit einem zischen verwandelte sie sich in einen schwarz-grauen Qualm, der durch ein Lüftungsschacht aus dem Zimmer verschwand. Die Tochter von einer Dämonenmutter und einem menschlichen Vater wollte das Leben ihres Freundes und dessen Eltern retten, da Dwight es nicht geschafft hatte, Clairly rechtzeitig aufzuspüren…

****

Nachdem der Arzt den Zeitpunkt des Todes bekannt gab, drehte er sich zu den Anwesenden um und schüttelte traurig den Kopf. Danach bat er seine Helferinnen zu gehen, da er noch mit Familienangehörigen sprechen wollte. Carmen und Hope mussten vor der Tür warten. Doch von draußen konnten sie die verzweifelten Stimmen der Eltern höhern und beide suchten gegenseitig Trost. Sie weinten bitterlich und als dann der Anruf von Mister Bossworth kam, weil er sich wunderte, weshalb Hope noch nicht in der Kanzlei aufgetaucht ist, fiel er ebenfalls aus allen Wolken, nachdem ihm zu Ohren kam, dass sein bester Anwalt soeben verstorben war.

Hope sollte unter diesen Umständen nicht zur Kanzlei und sollte stattdessen wieder zu Kräften kommen, da er sie in diesem Zustand nicht unnötig belasten wollte. Kurz nach dem Telefonat ging die Tür von Tylers Zimmer auf. Der Arzt, der sehr bedrückt aussah sprach noch sein Beileid bei den Damen aus und lief weiter. Sie gingen zögerlich rein und standen vor dem Bett. In diesem Moment konnten sie nichts sagen, da es einfach unvorstellbar war, dass ihr Freund nicht mehr aufwachen würde und sie mit seiner aufgeweckten Art zum Lachen bringen konnte…

In den Träumen

Aus dem Bus ausgestiegen, rasten Ethan und Nate in den Park, an den ganzen Besuchern vorbei und hielten immer Ausblick auf Wiesen „Glaubst du wirklich, dass der Spiegel die Wahrheit gesagt hat?“ Nate blieb auf Ethans Frage kurz stehen, da ihm die Puste ausging. „Bitte wart kurz. Ich bin solange nicht mehr so schnell gerannt… Ich kenne das gar nicht mehr!“ Widerwillens gönnte der Polizist ihm die Kurze Verschnaufpause und schnappte ebenfalls nach Luft. Doch als er von weitem eine große Wiese sah, worauf komischerweise nur drei Personen standen, tippte er Nate an. Er erkannte seine beiden Freunde und wollte Nate darauf hinweisen, dass die Pause vorbei war und sie sich beeilen mussten. Fast bei den Freunden angekommen, blieb Nate auf einmal stehen.

"Da ist das Mädchen, dass uns hier gefangen hält. Sie kommt mir so bekannt vor, aber woher bloß?“ Das kleine Mädchen nahm die Anwesenheit von zwei weiteren Personen wahr und drehte sich um. Als sie Nate erblickte wurde sie zornig. „Was suchst du hier? Wie hast du es geschafft aus deinem Traum in einen anderen zu springen? Verschwinde sofort.“ Noch bevor der braunhaarige Junge reagieren konnte, wurde er in das Buch hineingezogen. Fassungslos sah Ethan das kleine Mädchen an. Tyler versuchte währenddessen seine Freundin zu beruhigen, da Ava immer hysterischer wurde.

Das kleine Mädchen lief aufbrausend zu Ethan. „
Wer bist du und wie hast du es geschafft in meine Märchenwelt zu gelangen!“ Wie von Geisterhand blätterte sich das Buch von selbst und blieb jedoch nicht auf einer Seite stehen. „Das verstehe ich nicht.“ Noch in ihrer Ratlosigkeit zuckte er seine Waffe und zielte auf das Mädchen. „Lass das Buch fallen und bring meine Freunde wieder dazu aufzuwachen! Sofort!“ Nur der Gedanke daran, auf ein kleines Mädchen zu schießen raubte Ethan den Verstand, doch was sollte er im Ernstfall machen? Der einzige Grund, weshalb er nicht so Gewissensbisse hatte, war der, dass das kleine Mädchen ein wütender Geist war. Widerrum stellte er sich die Frage, ob seine Waffe etwas bei ihr bewirken könnte.

Das Mädchen dachte gar nicht daran das Buch fallen zu lassen und spreizte ihre Hand über das Buch. Die Seiten blätterten wieder und blieben bei „Aladin“ stehen. „
Der Gin erfüllte Aladins letzter Wunsch und in diesem Moment…“ Ethan schoss auf Clairlys Arm, wodurch sie kurz das Lesen unterbrach. Doch anscheinend hatte sie sich nicht dadurch verwundet. Tyler langte sich an den Kopf und blickte zu Ethan rüber. In diesem Moment wollte er ihn Fragen, was gerade hier passierte, doch aus ihm kam einfach kein Wort raus! In der Hoffnung, dass Ava für wenige Minuten auf sich alleine aufpassen konnte, rannte er zu dem kleinen Mädchen. Fast bei ihr angekommen, erschien Gin wieder und lächelte ihn an. „Du wünscht dir also, dass deine Freundin das alles hier heil übersteht? So sei es.

Ava, die immer noch total außer sich war konnte auf einmal wieder sehen und gerade als sie Tyler, Ethan und die anderen beiden sehen konnte, wurde sie wie Nate in das Buch hineingezogen. Entsetzt sah der Anwalt den Gin an. „
Was hast du mit ihr gemacht?“ Kaum hatte er das ausgesprochen, wurde er in eine Flasche, die Gin urplötzlich in der Hand hatte hineingezogen. Es war so, wie es im Buch stand. Gin und Tyler wechselten ihre Positionen. Voller Freude über ihre Freiheit, ließ sie einen Schrei los, wodurch das kleine Mädchen für kurze Zeit Ethan aus den Augen ließ. Dieser nutzte die Chance und schlug dem kleinen Mädchen das Buch aus der Hand. Als Clairly empört Ethan gegen die Rippen schlug, drückte er sie unsanft von sich, wodurch sie zu Boden fiel und über Gins Flasche stolperte und hart auf die Wiese fiel. Bewusstlos lag sie nun da und konnte Ethan nicht darin hindern, das Buch an sich zunehmen um diese zu zerstören.

Aus diesem Buch wurde genug gelesen, jetzt ist mal langsam Schluss…“ Gin sah, was der Polizist vorhatte und wollte ihn stoppen, doch es war zu spät. Ethan riss die Seiten aus dem Buch und merkte, wie hunderte von Menschen in die einzelnen Seiten gezogen wurde und anschließen in einem grellen Licht verschwanden. Während er noch mit den übrigen Seiten beschäftigt war, erwachte auch Clairly, die merkte, wie sie anfing zu brennen. Schreiend bat sie den Polizisten aufzuhören, doch er dachte nicht daran. „Bitte hör auf, ich flehe dich an! Neeeein.

Als Ethan endlich die letzte Seite vom Buch zerreisen konnte, explodierte Clairly kreischend zu staub. In diesem Moment schoss vom Himmel ein grelles Licht, wodurch Ethan auf einmal erschrocken unter einem Bett aufwachte. Verwundert kroch er unter dem Bett hervor und sah in die verwunderten Gesichter der Anwesenden. Die Eltern von Tyler merkten erst jetzt, dass der Polizist die ganze Zeit über unter dem Bett lag. „
Warst du denn die ganze Zeit unter dem Bett?“ Ethan kratzte sich verlegen am Kopf und nickte etwas zögerlich. Während er mit den Eltern sprach sah er die traurigen Gesichter. Er drehte sich zurück und sah Tyler, wie er leblos im Bett lag. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und zwei Krankenhausangestellte liefen an Tylers Bett. „Es tut uns leid, aber wir müssen ihren Sohn mitnehmen.“ Aufgeregt klammerte Miss Carrendoor Tylers Hand. „Nein, dass können sie nicht… Bitte..“ Sie wollte nicht akzeptieren, dass Tyler gestorben ist und wollte ihn auf keinen Fall hergeben. Mit zusammengepressten Lippen zog ihr Mann sie zurück und sah zu, wie der Krankenpfleger den weißen Bettbezug über Tylers Gesicht zog. Hatte Ethan seinem Freund nicht helfen können?

****

Ein schwarzer Rauch gelangte durch einen Lüftungsschacht in das Zimmer, worin ein Mann mit Schläuchen im Mund lag. Vor dem Bett verwandelte sich der Rauch in Madison, die den Aufenthaltsort von Clairy, dem wütenden Geist gefunden hatte. Noch konnte sie den Geist nicht sehen, doch sie wusste, dass irgendwo hier in diesem Zimmer das dicke Dämonenmärchenbuch sein musste, wodurch Clairly nur existieren konnte. Madison schloss ihre Augen und ortete das Buch. Versteckt unter dem Bettkissen, worauf der Mann lag, zog die Halbdämonin das Buch hervor. Kaum in der Hand gehalten, tauchte Clairly auf. Madison kam genau in dem Zeitpunkt, wo Clairly in Ethans Traum vernichtet wurde. Aus Madisons Hand schoss ein kleiner Feuerball wodurch das Buch anfing zu brennen. „Ihr mögt dieses Mal gewonnen haben, doch auf euch wartet schlimmeres außer ein wütender Geist wie mich!“ Nachdem sie das gesagt hatte, tauchte der Sensenmann auf und verschwand mit Clairly. Kaum war das kleine Mädchen verschwunden, wachte plötzlich der Mann, der im Bett lag, auf. Erschrocken zuckte Madison zusammen und verschwand wieder durch den Lüftungsschacht, ehe er merken konnte, dass sie im Zimmer war. Kurz darauf tauchte eine Frau im Zimmer auf, die kaum glauben konnte, dass ihr Mann nach 6 Jahren wieder aufwachte. Mit Tränen in den Augen rannte sie an das Bett und umarmte ihn. „Oh mein Gott Nate, ich hatte schon fast die Hoffnung verloren, dass du jemals wieder aufwachst…

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Gerade als sie das Bett worin Tyler lag ein bisschen in die Richtung der Tür rollten, stürmte Carmen in das Zimmer um mitzuteilen, dass Ava auf unerklärlicherweise kein Tumor im Kopf hatte und vor wenigen Minuten aufgewacht war. Noch bevor die Anwesenden auf die gute Nachricht reagieren konnten, bewegte sich kurz etwas unter Tylers Bettdecke. „Was war das?“ Es folgte wieder ein kurzes Zucken. Alle erschraken, als Tylers Hand die Bettdecke vom Gesicht zog und brummend hustete… Nach Luft schnappend richtete sich Tyler auf und starrte seine Eltern mit großen Augen an. Diese konnte kaum glauben, was sie gerade sahen. Nachdem der Anwalt sich von seinen Eltern abwandte, blickte er zu dem Krankenpfleger vor sich, der richtig bleich im Gesicht wurde und ihn nur mit offenem Mund angaffte. Der andere dagegen rannte sofort aus dem Zimmer um den Arzt zu holen. „Sie waren tot… Wie ist das denn nur möglich?“ Fassungslos schüttelte Tyler den Kopf und sah Ethan an, der heil froh war, dass sein bester Freund wieder unter den Lebenden war…

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Mit Tylers Rettung aus dem Dämonenmärchen, konnte auch Dwight wieder existieren. Dieser tauchte wieder im Bett vor der besorgten Freundin auf. Mit gläsernen Augen sah sie ihn an und gab Dwight einen langen Kuss. Dieser strich ihr zärtlich über die Haare und bedankte sich bei ihr. Sicherlich war sie diejenige, die Clairly hier in der Realität vernichtet hatte. Obwohl er anfangs dagegen war, dass Madison ihm bei seinen Absichten half, war er dennoch froh seine Freundin gesehen zu haben und genoss für den Moment ihre Anwesenheit, ehe sie wieder zurück in die Zukunft reiste...

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Wie geht es Claire?“, fragte Nate, nachdem er eine innige Umarmung von seiner Frau bekam. Ihre Reaktion auf seine Frage, war mehr als Worte. Unter Tränen berichtete sie ihn, dass Claire nicht überlebt hatte. Fassungslos senkte er seinen Kopf und dachte an den Tag zurück, als die ganze Katastrophe begann. Doch nach und nach erinnerte er sich wieder, was er die ganze Zeit im Traum durchleben musste und war noch mehr bedrückt...

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Nate und seine 10-jährige Tochter Claire saßen an einem Dezemberabend 2002 vor dem brennenden Kaminofen. Während Claire aufmerksam ihrem Vater beim Vorlesen des Märchens Dornröschen zu hörte, backte die Mutter in der Küche einen Apfelkuchen, der für die Großmutter gedacht war, da diese am darauf folgenden Tag Geburtstag hatte und der Apfelkuchen eines der drei Wünsche von ihr war. Noch nicht mal bei der Hälfte der Geschichte angekommen, klappten Claires Augen zusammen und schlief vor dem Kamin ein. Fürsorglich deckte der Vater sie zusammen und merkte nicht, wie die Decke gefährlich nah am Kaminofen war.

Als er für einen Moment in die Küche verschwand, um nach seiner Frau zu schauen, drehte sich das kleine Mädchen in ihrem Schlaf in die Richtung des Kamins wodurch die Decke in das Feuer fiel und anfing zu brennen. Erst ein dunkler Rauch in die Küche drang, nahmen die Eltern das Feuer wahr. Schreiend eilten die beiden vor das Wohnzimmer, welches mittlerweile undurchschaubar in Flammen stand. „Oh mein Gott, Claire ist noch im Wohnzimmer“, schrie die Mutter und rüttelte an Nate, der unter Schock stand und sich kaum bewegen konnte. Doch er musste irgendetwas unternehmen. „Geh aus der Wohnung und ruuf du mit dem Handy die Feuerwehr an. Ich werde währenddessen Claire aus dem Feuer holen. Beeil dich!“ Nate hielt sich seine Hand vor dem Mund um den giftigen Qualm nicht einzuatmen. Er kämpfte sich durch das Feuer und kam letztendlich zu seiner Tochter an, die unter der brennenden Decke lag. Er riss die Decke von der Tochter und sah wie diese ebenfalls brannte. Fuchtelnd schlug er das Feuer aus und packte seine bewusstlose Tochter, die überall Verbrennungen hatte. Doch als er aus dem Wohnzimmer war und einige Schritte im Flur machen konnte, merkte er wie ihm schwindelig wurde und er auf die Knie fiel. Bevor ihm schwarz vor Augen wurde und er nicht mehr wusste, was danach geschah, sah er noch ein letztes Mal seine bewusstlose Tochter an…

Die Feuerwehr löschte das Feuer und Sanitäter brachten den bewusstlosen Nate und Claire in das Krankenhaus. Während Nate gerettet werden konnte, hatten sie keine Chance mehr für Claire, die zu viele Verbrennungen erlitten hatte. Der Geist von Claire stattdessen irrte hilflos im großen Krankenhaus umher, in der Ungewissheit, dass sie verstorben war. Sie wunderte sich, warum kein Erwachsener mit ihr Sprechen wollte, doch als sie in der Kinderstation angelangte, und einige Kinder ihre Anwesenheit wahrnahmen, blieb sie bei ihnen. Und so fing alles an, ein Anfang des irritieren Geistes von der kleinen Claire, die über die Jahre hinweg dämonisch wurde, da die Kinder sie alle ab einem gewissen Alter verlassen hatten. Einsam und verlassen verlor sie den guten Glauben und verspürte immer mehr Hass. Hass gegen ihre Eltern, gegen ihre Krankenhausfreunde, gegen alle, die sie doch irgendwann verlassen würden. Nach 3 Jahren von verbitterten Versuchen, irgendwo dazu zugehören und den gescheiterten Versuch Rachel Kingson (1. Episode) als Freundin zu gewinnen (in Wirklichkeit war sie schon 13, aber gefangen im Körper der 10-jährigen), tauchte ein dunkler Schatten (7. Episode) auf, der ihr eine große Familie anbot, die ihr das geben konnte was sie wollte - Die Dämonenfamilie. Nachdem sie die Bedingungen einwilligte, zeigte der Schatten ihren Vater Nate, der für ihr Leid verantwortlich war. Sie konnte es ihm heimzahlen, indem sie in seine Träume eindrang und dafür sorgen konnte, dass er nie wieder aufwachen würde. Doch Claire musste versprechen, für die Gebieterin und Mutter zu dienen, wenn sie eine Aufgabe für Claire hatte. Der schwarze Schatten überreichte ihr das Dämonenbuch und nannte sie von da an nur noch Clairly, der wütende Geist…

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Da Tyler unbedingt darauf bestand noch vor seiner ärztlichen Behandlung zu seiner zukünftigen Frau aufzukreuzen um zu sehen, wie es ihr ging, liefen er und Ethan zusammen mit Carmen zu Avas Zimmer. Noch im Flur ging Nate an den dreien vorbei. „Ethan?“ Verwundert blieb Ethan stehen und drehte sich zum 40-jährigen Mann. Erst jetzt sah er im Mann den Jungen aus Ethans Traum. „Geht schon mal vor, ich komme nach.“ Der Polizist ging zu Nate und sah ihn an. „Du kannst dich also an mich erinnern. Ich bin dir mein Dank verpflichtet, denn ohne deine Hilfe, wäre ich wahrscheinlich immer noch in meinem eigenen Traum gefangen… Du sagst doch, dass dein Freund so etwas wie ein Held ist, nicht wahr? Das kleine Mädchen, welches uns alle gefangen hielt war meine eigene Tochter und ich würde gerne wissen, was mit ihr geschehen ist. Glaubst du, dass ich irgendwann mal mit deinem Freund sprechen kann?

Zögerlich nickte der Polizist und erblickte hinter Nate, Dwight, der gerade aus dem Zimmer lief. „
Ich muss jetzt gehen, melde dich einfach bei mir, wenn du noch was willst. Hier ist meine Nummer.“ Nachdem Ethan ihm eine Visitenkarte in die Hand drückte eilte er zu Dwight, der es ziemlich eilig hatte, aus dem Gang zu verschwinden. „Willst du nicht sehen, wie es deinen Eltern geht?

Kopfschüttelnd meinte Dwight, dass er wüsste das es Ava und Tyler gut gehen würde, aber noch nicht bereit ist, die Wahrheit über ihn zu offenbaren. Ethan sollte ihm versprechen nicht die wahre Identität von Dwight zu verraten. „
Ich kann zwar das Schicksal nicht verhindern, aber vielleicht ein wenig beeinflussen. Pass also auf dich auf Ethan.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Dwight und ließ Ethan mit vielen Fragen stehen…

.... Ende der 8. Episode