8 | Dämonenkind

8.1. Dämonenkind

Vor wenigen Minuten ereignete sich eine schreckliche Explosion in der Pierrepont Street. Dabei sind zwei historische Brooklyn Heights Wohnhäuser stark beschädigt und das mittlere, worin auch die Explosion ausgelöst wurde total zerstört. Wie sie hinter mir sehen können, sind Sanitäter, Notärzte, Feuerwehrmänner und Polizisten dabei das Feuer zu stoppen. Menschen, die zu dieser Zeit im Wohnhaus waren, wurden alle von den Trümmern erschlagen. Wir hoffen natürlich, dass niemand dabei ums Leben gekommen ist. Doch wie konnte das passieren? Wer war Schuld? Steckt vielleicht ein Terroranschlag, wie damals am 11. September dahinter? Wir wissen es nicht. Noch nicht, aber ich werde sie auf den laufenden halten. Ich bin Claire Nolan (6. Episode) und berichte Live von den Brooklyn Heights. Und nun wieder zurück ins Studio zu Hannah Stevens.

Der Kameramann schaltete seine Kamera aus und lief zu der Reporterin, „Das ist ja total schräg. Welcher Irrer jagt ein Gebäude von so historischer Bedeutung in die Luft (Hystoric Discrict)? Der darf sich über eine saftige Strafe freuen…“ Claire schüttelte den Kopf und meinte, dass sie keine Ahnung hatte. Trotz allem war dieses Ereignis, genau das, was sie ins Rampenlicht bringen würde. Noch bevor der Kameramann die neu eingestellte Reporterin über ihr gieriges Verhalten kritisieren konnte, entdeckte sie unter den ganzen Polizisten einen Bekannten, der ihr womöglich erste Theorien und Fakten sagen konnte. „Folge mir… Ich denke, dass ich mehr über diese Explosion erfahren werde…

Zügig lief sie auf den Polizisten zu und grinste ihn scheinheilig an. „Mister Bridgeman… äh Ethan Bridgeman, richtig?“ Etwas irritiert sah er die junge blonde Frau an, und verdrehte seine Augen, nachdem er das Mikrophon in ihrer Hand gesehen hatte und Claire erkannte. „Miss, ich denke, dass ich besseres zu tun habe, als mit Ihnen einen kleinen Smalltalk zu halten und nun gehen sie bitte.“ Nachdem er ihr klar gemacht hatte, dass er keinerlei Interesse an einem Interview hatte, drehte er sich um und lief hinter die Absperrung. Hartnäckig, wie die junge Reporterin war, folgte sie ihm, versuchte währenddessen auf ihn einzureden und blieb jedoch vor der Absperrung stehen. „Na wenigstens halten sie sich an die Reporterfreie Zone…“ „Ja aber, hören sie mir doch bitte zu Mister Bridgeman..“ „Ich habe Nein ge….“ Noch bevor er weiter sprechen konnte, sah er, wie zwei Sanitäter an ihn vorbei sausten. Auf der Trage lag ein Mann, der trotz der vielen Schürfwunden und Blutwunden, unverwechselbar blieb. „Ach du heilige…“ Claire schielte an den fassungslosen Polizisten vorbei und erkannte den Anwalt, den sie vor einiger Zeit interviewt hatte, nämlich Tyler Carrendoor.

Ethan rannte daraufhin sofort zu den Sanitätern und fragte sie nach Tylers Zustand. Doch diese gaben ihm keine zufrieden stellenden Antworten und liefen eilig zum Krankenwagen. „Das war doch ihr Freund, Tyler Carrendoor, nicht wahr…“, stammelte Claire kleinlaut und sah wie Ethan fassungslos seinem besten Freund hinterher blickte. Sie hielt es nun für angemessen, den Polizisten nicht mehr zu diesem Fall zu befragen, „Ich hoffe, dass ihr Freund das heil überstehen wird... Auf wiedersehen…“ Danach gab sie ihren Kameramann ein Zeichen, dass er mit der Aufnahme aufhören sollte und lief mit ihm fort.

Klar wollte sie eine der ersten Reporterinnen sein, die über diese Tragödie berichtete, doch die ganzen Menschen, die hysterisch am Straßenrand um ihre Angehörigen bangen und weinend die Polizisten darum baten, ihre Familienmitglieder aus den Trümmern zu retten, lies sie nicht kalt. Während sie in die Menschenmenge starrte, entdeckte sie einen jungen Mann (Dwight), der aufgelöst auf den Boden starrte und immer irgendetwas vor sich hin redete. Kopfschüttelnd wandte sie sich von dem Mann ab und lief zurück zu ihrem Wagen…

Eine Stunde später im Long Island College Krankenhaus
Das nächste Krankenhaus war das Long Island College Hospital. Alle Verletzten wurden vom Unfallort dort hintransportiert. Da die Anzahl der kompetenten Ärzte nicht ausreichten, die meisten befanden sich noch im Studium, holten sie sich Unterstützung von Brooklyn Hospital Center, die am nahsten von diesem Krankenhaus entfernt war.

Unzählige von Menschen versammelten sich in diesem Krankenhaus und wollten sich über ihre verletzten Angehörigen informieren. Eine Ärztin sah das Chaos zwei Minuten an und beschloss kurzer Hand, Ordnung wiederherzustellen „Haben sie denn schon eine Zahl, wie viele Verletzte momentan von dem Unfallort hier her transportiert wurden? Wir brauchen die Namen der Opfer um die Angehörigen in die richtige Etage zu schicken. Es ist nicht Sinn und Zweck, dass alle sich hier unten aufhalten und womöglich den Betrieb lahm legen.“, Schnell suchte die Krankenschwester nach den kürzlich eingetroffenen Patienten, druckte die Liste aus und übergab es ihren Mitarbeitern. Diese las nach und nach die Namen der Patienten auf und brachten sie in die Etagen, wo ihre Angehörigen behandelt wurden. Nach und nach verkleinerte sich die Menschenmenge, bis nur noch eine kleine Gruppe übrig blieb und im Wartezimmer des Erdgeschosses warteten. Bevor die Ärztin sich ihrem nächsten Patienten widmete, bat sie die Krankenschwester, die aufgeregten Angehörigen zu beruhigen…

Brooklyn Heights
Die Feuerwehrmänner hatten das Feuer gelöscht und alle Menschen wurden aus den Trümmern herausgezogen. 150 Opfer, 15 verstarben sofort am Unfallort und die restlichen 135 wurden alle ins Krankenhaus gefahren. Eine hohe Zahl, mit dem die junge Polizistin Carmen mit Furcht und Trauer entgegennahm. Ihr Boss wollte, dass sie die Angehörige der verstorbenen Opfer verständigte, was ihr richtig schwer fiel, da sie ganz genau wusste, dass sie vielen das Herz brechen würde. Zögerlich packte sie ihr Handy aus ihrer Tasche und wählte die erste Nummer des ersten Opfers… Noch bevor jemand abnehmen konnte, sah sie den völlig verstörten Ethan, der benommen zu ihr Lief und sie mit seinen traurigen Augen anschaute. Sie wusste sofort, dass da was nicht stimmen konnte und legte den Hörer zur Seite. Vorsichtig schritt sie zu ihm und nahm sanft seine Hand. Carmen spürte, wie er am ganzen Körper zitterte und als sie ihn fragte, was denn los war, wurde er nur noch trauriger und stotterte, dass Tyler und Ava zum Zeitpunkt der Explosion ebenfalls im Gebäude waren.

Mit großen Augen starrte sie ihn an, da sie es kaum glauben konnte, was sie gerade gehört hatte. Konnte das wirklich möglich sein? Aber was hatten die beiden in diesem Wohnhaus verloren. „Wie ist der Zustand der beiden?“, fragte sie, nachdem sie tief Luft geholt hatte und gegen ihre Tränen ankämpfte… Stille. Für einen kurzen Moment sah Ethan in ihre glasigen Augen und traute kaum weiter zusprechen… „Hm… kritisch… Tylers Eltern sind gerade dort und haben gemeint, dass die beiden gerade Not operiert werden müssen…“ , Weinend fiel sie dem Polizisten in die Arme und wurde von ihrem Arbeitskollegen mitfühlend getröstet...

Während die beiden sich gegenseitig Trost schenkten, merkten sie nicht, wie Dwight sie belauscht hatte. Nach dieser Erkenntnis entfernte er sich sofort von der Unfallstelle und teleportierte sich ins besagte Krankenhaus. Mit der Hilfe von einem Dämonenring, machte er sich unsichtbar und trat in das Operationssaal ein, wo gerade Ava operiert wurde. Nachdem er bei ihr war orbte er sich zu Tyler, der ebenfalls ärztlich behandelt wurde. Da ihn niemand sehen konnte, merkten sie auch nicht, wie er seine Hand auf Tylers Stirn legte und seine Augen schloss… In seinem Kopf spielte sich nun Tylers Tagesablauf ab. Nachdem er alles Wichtige gesehen hatte, machte er sich auf den Weg um die Verantwortlichen zu suchen… „Niemand funkt mir zwischen meine Pläne und schon gar nicht die Dämonen…

Stadtteil: Williamsburg
In einem Apartment des Brooklyner Stadtteil Williamsburg, wurden die Moiren in einem dämonischen Kreis gefangen gehalten. Die Harpyien hatten dafür gesorgt, dass der Plan mit Alk reibungslos funktionierte. Sie überrumpelten die Göttinnen und schleppten diese in eine verlassene Wohnung. Da ihnen Menschenkörper versprochen wurden, bekamen sie nach der erfolgreichen Tat, vier neue Frauenkörper.. Kichernd stand die rothaarige Frau da, die von Kelaino besessen war: „
Jetzt seid ihr machtlos, nicht wahr. Am liebsten würden wir euch sofort umbringen, aber unser Boss will euch lebend…“ Wütend versuchte Atropos aus dem Dämonenkreis auszubrechen, doch sie wurde von der unsichtbaren Barriere zurück zu den anderen beiden getrieben. „Was will euer Boss von uns? Wir können ihm nichts geben…“ Mit einem boshaften Gelächter, sprach sie über den Plan der Dämonen:

The Ultimate Se7en (dt. Die ultimativen Sieben) sollen wieder zusammen geführt werden und dafür braucht unser Boss, ein ungeborenes Kind von einem göttlichen Krieger… Als wäre es so gewollt, ist Ava, die Freundin eines Kriegers und seit einer Woche Schwanger. Und ihr wisst, dass man nur in der ersten Woche das ungeborene Kind beeinflussen kann…

Entsetzt sahen sich die Moiren an. Sie gingen davon aus, dass The Ultimate Se7en nur ein Märchen war, was man Dämonenkindern erzählte. Zu ihrem Pech, schien das Märchen wohl doch der Wahrheit zu entsprechen. Falls sie nichts dagegen unternehem würden, befürchteten die Moiren eine unbeschreibliche Katastrophe, die die ganze Menschheit verändern würde. Dämonen würden auf der Welt leben und die Menschen würden alle sterben. Doch alle Indizien sprachen dafür. Die Dämonen verdunkelten die Sicht in die Zukunft und schafften dadurch Verwirrung im Reich der Götter. Somit hatten sie genug Zeit, den Plan in die Gänge einzuleiten.

Die Moiren wussten, dass für die ultimativen Sieben noch einige Dämonen fehlten. Der Herrscher der Unterwelt und seine Gattin zusammen mit dem zukünftigen Dämonenkind, die Schwarze Frau, als Gegenspielerin vom Hakenmann, der Vampirsbaron, die erste Hexe und der Urvater von den Werwölfen…

Ach und bevor wir es vergessen… das Dämonenkind Clairily tobt sich gerade in den Köpfen von Ava und Tyler aus. Das arme verbitterte Kind, welches bei einem Hausbrand ums Leben gekommen ist, erschafft in deren Träumen ihre eigenen Märchen. Ich könnte mir vorstellen, dass Ava und Tyler schon sehr bald im Reich der Toten aufwachen.. hahaha

Unerwartet fing es in der Wohnung an unruhig zu werden. Die Lichter an den Decken fingen an zu wackeln, der Boden bebte mit jeder Sekunde stärker und ein heftiger Wind, welches von außen in die Wohnung eindrang, zerstörte die Fensterscheiben. Durch den starken Wind, der eher einem kleinen Tornado ähnelte, da sie spiralförmig ihre Verwüstung hinterließ, wurden die Harpyien an die Decken geschleudert und fielen unsanft zu den Boden.

Dwight war derjenige, der den Tornado gegen die Dämonen eingesetzt hatte und kam zum Vorschein, als sich der Sturm in seinen Fingern zurückzog. Mit ihm hatten sie nicht gerechnet. Sie wussten nicht einmal wer er war, so dass sie sich hätten vor ihn ausreichend schützen können. Überrumpelt von der Situation, nutzte der junge Mann die Gelegenheit aus und verjagte die Harpyien aus den unschuldigen Menschenkörper...

„Ad constringendum.
Ad ligandum eos pariter Et solvendum.
Et ad congregantum eos coram me”

Kreischend schossen aus deren Mündern dunkle Rauchwolken, die in der Luft entflammten und zu Staub fielen. Danach zerstörte er den Dämonkreis, so dass die Göttinnen problemlos hinaussteigen konnten. Doch bevor die sich bei dem unbekannten bedanken konnten, verschwand er wieder im nichts. Irritiert starrte Atropos ihre Schwestern an, „Wisst ihr wer das gerade war?“ Klotho zuckte unwissend mit der Schulter, während Lachesis mit hochgezogener Augenbraue auf die Stelle starrte, wo gerade noch der junge Mann stand. „Ich denke wir werden früh genug erfahren, wer dieser Unbekannte mit den außergewöhnlich starken Fähigkeiten ist…

8.2. Dämonenträume