6.3. Übernatürlich (Teil 1)
„Der
Schlüssel ist abgebrochen“,
schrie der Hausmeister und drehte sich aufgeregt in die
Menge. Rachel, die am Rande eines
Nervenzusammenbruchs war, zitterte am ganzen Körper und
schaute Carmen verzweifelt an. Ethan der langsam ersticken
würde, zappelte und kämpfte um sein Leben. „Wir
müssen das Schloss irgendwie aufbrechen“,
schrie Rachel und fing an zu weinen. Carmen
musste irgendwie ihren Arbeitskollegen helfen. Es gab für
sie mehrere Gründe, weshalb Ethan weiter an ihrer Seite
arbeiten musste. Schließlich war er der einzige, der sie
beachtete und schätzte. „Geht
von dem Container weg“,
forderte sie alle auf und zuckte aus ihrer Gürteltasche ihre
Waffe und zielte auf das Schloss, „Es
könnte nun etwas laut werden. Haltet eure Ohren zu.“
Rachel drehte ihren Kopf zum Container, „Und
wenn du ihn aus Versehen triffst?“
Die Polizistin zögerte etwas, konnte Ethan aber nicht einfach so ersticken lassen. „Das wird schon… Hoff ich zumindest.“ Sie ging etwas zur Seite, um nur seitlich das Schloss zu treffen. Der Schuss fiel und der Deckel sprang auf, während ein kleiner dunkler Rauch aufstieg. Ethan der bewusstlos zwischen den Müllsäcken lag wurde vom Hausmeister heraus getragen und sofort auf einer Trage wegtransportiert. Der Notarzt zog seine Uhr aus, es war 12:45 Uhr, misste seinen Puls und sagte, dass er noch am Leben war. Carmen, die mit ihm in den Krankenwagen einstieg, fiel einen Stein vom Herzen…
****
Tyler suchte in der Kanzlei weiter nach Informationen über Asakku, da er am vorigen Abend nichts Brauchbares finden konnte. In seiner Vision kam es ihm vor, als würde die Dämonin Ava nur als Köder benutzen, um den braunhaarigen Mann herzulocken. Als er auftauchte, meinte sie zu ihm, dass sie auf ihn gewartet hätte, und wandte sich von Ava ab, um den jungen Mann anzugreifen. Tyler konnte sich nicht erklären in welcher Beziehung Ava und der Mann zueinander standen, er wurde aber das Gefühl nicht los, dass die beide sich kannten. Wieso sollte er Ava sonst beschützen wollen? In seinen Gedanken versunken, erklang ein Jingle und eine neue Email ging in seinem Postfach ein. Als der Anwalt sie verwundert öffnete stand als Absender „Amy Sawyer“ auf der Nachricht.
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Von: Amy Sawyer <
amysawyer@innocent.com
>
An: Tyler Carrendoor <
t.carrendoor@jal.com
>
Betreff: Neuer Fall
Hallo Tyler,
die
Dämonin Asakku
kann in Menschen Krankheiten und Schmerzen verursachen. Dies
funktioniert, da sie um ihren Hals eine Kette trägt.
Entwende Diese von ihrem Hals. Ohne sie ist die Dämonin
machtlos. Ihre Opfer haben anfangs hohes Fieber und bei
einem zweiten Besuch, dass folgt dann meistens nach 18
(6+6+6) Stunden, befällt sie ihre Opfer mit einem
tödlichen Virus. Ihre Hand ist wie bei einer Spritze die
Nadel, also musst du aufpassen, dass sie dich nicht mit
ihrer Hand berührt.
Wir sehen uns bald und ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen
konnte.
Liebe Grüße
Amy Sawyer / Atropos
P.s. Diese Email wird automatisch gelöscht, sobald du diese
gelesen hast…. Und zwar jetzt…
_____________________________________________________________________________
Auf
einmal löste sich die Email auf und als Tyler im Trash
nachschaute, schien es so, als hätte es die Email nie
gegeben. Keine Cookies, kein Verlauf, keine Spur. Auf seiner
Armbanduhr zeigte es kurz vor 12 Uhr an. In seiner Vision
mit Ava, sah er, wie die Sonne langsam unterging und das
bedeutete, dass der Angriff zwischen 18 und 20 Uhr gewesen
sein musste. Er packte seine Sachen, trat aus seinem Büro
und begegnete Jason auf dem Weg, der nicht lassen konnte
über ihn herzuziehen, bekam einen etwas härteren Schulter
klopfen als Antwort, noch kurz bevor der junge Anwalt die
Kanzlei verließ um in Richtung „Kings
Country Hospital“ zufahren.
Angekommen rannte er die Gänge im Treppenhaus hoch und begegnete Sophie im Flur des 2. Stockwerkes „Hallo Tyler. Bist du wieder hier um Ava zu besuchen?“ Tyler nickte und blickte immer kurz an Sophie vorbei um nach dem Dämon Ausschau zuhalten. „Ihr Zustand hat sich zwar nicht verschlechtert, sie hat aber immer noch 41 °C Fieber. Es ist sehr merkwürdig, dass sie seit ihrem Zusammenbruch kein Auge aufgemacht hatte. Sie schläft einfach… Mittlerweile müsste es ungefähr 18 Stunden sein.“ Während die Ärztin dem Anwalt Avas Situation schilderte, spürte Tyler eine innere Unruhe. Sein Gefühl sagte ihm, dass der Dämon bald auftauchen würde.
****
Der Produzent beschloss trotz des Vorfalls weiter zu drehen. Sie standen unter Zeitdruck. Einige fanden seine Entscheidung etwas Niveaulos, aber er lies sich nicht davon ab. Rachel, die in dieser Szene mitspielte, war zwar anwesend, doch konnte sie sich einfach nicht konzentrieren, da die ganzen Dinge, die passierten sie fertig machten.
„Und Aktion“…
Oz: „Sie sind also hier. Ich will
nicht lange drum herum reden. Ich war die letzten Jahre in
einem chinesischen Kloster. Die buddhistischen Mönche
brachten mir bei, auch bei Vollmond meine menschliche
Gestalt zu behalten. … Doch der Preis dafür war hoch. Ich
habe es zu spät bemerkt, aber sie haben es geschafft meinen
Geist zu entfesseln… Giles, dort draußen läuft ein Monster
herum und ich bin schuld.“
„Moment, Oz, warte… Du sagst, sie haben deinen Geist
entfesselt, wie meinst du das? Haben sie dich manipuliert?
Hast du Dinge getan, an die du dich nicht erinnern kannst?“,
Giles und Faith wollten eine Antwort von Oz, der nur mit dem
Kopf schüttelte. Die Mönche hatten ihm nicht einfach
geholfen sein Werwolf-Ich zu kontrollieren, nein, sie hatten
es aus ihm herausgenommen und es dann frei gelassen....
„Und…. Schnitt!“
„Wow, wir haben eine Szene ohne einen Zwischenfall drehen können“, rief der Regisseur während er seine Hand dankend in die Luft hielt und fügte hinzu, dass nach einer kleinen Pause der Dreh weiter ging. Rachel nutzte die Pause und ging in ihre Umkleidekabine. Sie betrachtete sich im Spiegel und ließ für eine Minute alles an ihr runtersacken. Alles war für sie neu, die Umgebung, die Leute, ihr Aussehen und vor allem die merkwürdigen Dinge, die in diesem Studio geschah. Kaum dachte sie an das Mädchen, welches sie in der Toilette, die sie auf keinen Fall wieder aufsuchen würde, falls sie mal für kleine Mädchen müsste, erhob sich wie aus Geisterhand der Lippenstift, der gerade noch vor ihr Lag und fing an auf dem Spiegel etwas zu schreiben.
„Du bist Schuld.“ Rachel, die es kaum glauben konnte, verließ völlig verstört das Zimmer und rannte direkt in die Arme des Giles Schauspieler, Anthony, der seine Umkleidekabine direkt neben Rachels Zimmer hatte. „Du siehst so aus, als hättest du einen Geist gesehen. Was ist denn passiert?“, fragte Anthony und blickte in ihre ängstlichen Augen, „Ach du wirst mich sicherlich für verrückt halten. Hier ist alles so verrückt. Ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr weiter machen. Ich kann einfach nicht mehr weiterhin so tun, als wäre hier alles Normal. Ich schmeiß alles hin, ehe ich verrückt werde. Irgendjemand will mich hier verjagen… das spüre ich…“
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Er konnte kaum noch Atmen und
schleppte sich keuchend in den Aufzug. Im engen Raum setzte
er sich auf den Boden, um sich kurz auszuruhen. Wäre er bei
vollen Kräften, hätte er sich an die Orte, die er gehen
wollte, georbt. Doch er war geschwächt und war nicht mehr in
der Lage irgendwelche Aktionen, die ihn hätte vor
Erschöpfung umbringen können, zu starten. Als die Aufzugstür
aufging, stand er auf und torkelte in den Gang. Keiner
rannte zu dem jungen kranken Mann um ihn zu helfen, obwohl
es offensichtlich war, dass er Hilfe brauchte. Jeder, der an
ihm vorbei lief war mit sich selbst beschäftigt. So schien
es zumindest auf den ersten Blick zu sein. Auch wenn sie ihn
hätte sehen wollen, konnten sie das nicht, da der Junge Mann
nur für bestimmte Personen zu sehen war.
Personen, die er selbst bestimmt hatte, ihn sehen zu können. Er bog in Südflügel ab und sah schon von weitem, wie ein dunkler Schatten an einem jungen Mann vorbeihuschte, der sich gerade mit einer Ärztin unterhielt. Doch die Ärztin merkte diesen Schatten nicht und erzählte weiter. Anders war es allerdings bei dem Mann, der es auf einmal ziemlich eilig hatte und sich von der Ärztin abnabelte, um den Schatten, den er sehen konnte, zu verfolgen. Dwight, der kranke junge Mann, der durch den Dämon Asakku hohes Fieber bekommen hatte, biss sich auf die Zähne und lief dem Mann hinterher, der wie er den dunklen Schatten sehen konnte.
****
Rachel, die sich von Anthony hat überreden lassen, nicht ihre Chance ihres Lebens in den Sand zu werfen wartete auf ihren Einsatz. Doch immer ging sie den Satz durch, was auf dem Spiegel stand, „Du bist Schuld“, woran war sie denn Schuld? Sie hatte doch nichts getan. Sie war wahr nicht diejenige, die für den Tot ihrer Schauspielkollegin verantwortlich war. Sie hatte auch nicht das Schloss am Müllcontainer manipuliert, so dass sie nicht mehr aufging.
„Rachel, du bist mit deiner Szene dran!“. Diese schüttelte innerlich den Kopf, um auf andere Gedanken zu kommen. Langsam ging sie auf ihre Position und wartete auf das Zeichen vom Regisseur..
„Und Aktion“
Faith
ging einen Schritt nach dem anderen vorsichtig durch die
Regale und fand dann, was sie gesucht hatte: „Giles? Hier
ist Blut auf dem Boden…“ Der Werwolf schnupperte kurz und
erklärte den anderen Beiden dann, dass das Blut noch ganz
frisch sei. Der Verletzte oder die Verletzte musste noch
irgendwo hier sein. Giles schlug die Richtung zu seinem Büro
an und da lag sie. Charlotte Goodlyn… seine
Mitarbeiterin lag mit dem Bauch auf dem Boden und ihr Arm
war verletzt. Der Wächter kniete sich zu ihr runter und
versuchte sie aufzuheben....
„Und Schnitt“ Eliza, die Rachel beim aufstehen helfen wollte, merkte wie diese panisch wurde und schreiend davon rannte, „Was hat Rachel denn auf einmal?“
Rachel, die die ganze Zeit die Augen geschlossen hatte, da sie die verletzte spielen musste, sah nachdem sie ihre Augen geöffnet hatte, Eliza in einer Guillotine, wie bei einer Hinrichtung. Das Seilende, welches an Rachels Körper gebunden war, würde gleich reißen. Ein Clown, der sie finster anlächelte tauchte vor ihr auf „Dein Leben oder das Leben von Eliza. Das ist deine Aufgabe. Ihr beide seid an einem Schicksalshaften Strick miteinander verbunden. Rennst du weg, so zerreist dieser und die Klingen werden Elizas Kopf abtrennen. Bleibst du stehen, wird ihr nichts geschehen." (was Rachel nicht wusste ist, dass Eliza in ihrer Hand eine geladene Waffe hatte…)
Rachel machte eine Begegnung mit der Clownpuppe von Jigsaws (Saw).
****
Der Dämon stand schon bei Ava und
hatte ihre Hand weit geöffnet. Aus ihrer Hand kam wieder der
Rauch, den Virus in der Frau beschleunigen sollte. „Hey
hör sofort auf.“
Erschrocken über den plötzlichen Besuch wich sie vom Bett
und starrte den jungen Anwalt erstaunt an, „Du
kannst mich sehen? Wie ist das möglich? Es sei denn…“
Ohne eine Vorwarnung rannte er auf sie zu und warf sie zu
Boden. „Du bist der Krieger,
ich sehe nun dein Wahres Gesicht!“
Asakku, die noch überwältigt von dem unerwarteten Besuch am
Boden lag, riss ihre Augen weit vor erstaunen auf und konnte
im ersten Moment nicht glauben, dass ein Krieger auf der
Erde wiedergeboren wurde. Warum hatte keiner der Dämonen sie
vorgewarnt? Sicherlich wäre sie viel vorsichtiger gewesen.
Tyler, der sich schnell
aufrappelte und nach dem Wohlbefinden von Ava schaute drehte
sich zu Asakku, als er plötzlich spürte, wie seine Füße sich
vom Boden löste. Eine für den Anwalt unerklärliche Kraft
schleuderte ihn über Avas Bett und er knallte unsanft auf
den Boden. „Glaubst du
wirklich, dass du mich töten kannst?“
Wie in seiner Vision machte die Frau mit ihrer Hand eine
ruckartige Handbewegung und beförderte Tyler gegen die
Bettkante. Er konnte sich nicht mehr bewegen, er konnte sich
nicht von der Wand drücken, obwohl er es verzweifelt
versuchte. Es war als würde er an der Wand festgenagelt
sein. Drohend erhob sie ihre Hand und lief langsam zu Tyler,
„Gleich wirst du wie alle
Anderen mit dem Virus befallen sein.“
Tyler drehte mit aller Kraft sein Gesicht zur Seite und sah
Ava an, die immer noch seelenruhig weiterschlief, obwohl in
diesem Moment alles andere als ruhig war. Er dachte, dass
seine letzte Stunde geschlagen war und wollte dieses eine
Mädchen anschauen, bevor er für immer schlafen würde…
„Hey
Krankenschwester, hier braucht einer eine neue Dosis von
deinem Virus!“ In der tat,
hatte die Dämonin mit dem zweiten unerwünschten Gast nicht
gerechnet. Sie hatte ihn doch infiziert. Er müsste
eigentlich wie ihr erstes Opfer tief schlummern. Doch wieso
funktionierte es bei ihm nicht? Er sah zwar sehr mitgenommen
aus, da er kaum auf seinen Beinen stehen konnte und es eher
danach aussah, als würde ein Baby die ersten Gehversuche
starten. Doch er hatte den eisernen Blick in seinen Augen,
der fest entschlossen war, die Dämonin zurück in die Hölle
zu befördern… „Schau doch
mal wie du schwankst! Wie willst du dir dann sicher sein,
dass du gegen mich ankommst!“
Sie wandte sich von Tyler ab und schenkte dem jungen Mann
mit den braunen Haaren ihre volle Aufmerksamkeit. Tyler
spürte wie der Druck, der ihn an der Wand hielt nachließ und
stand blitzschnell auf um zu Ava zueilen.
„Die Kette! Du musst die Kette von ihrem Hals entwenden“, schrie Tyler zum Mann, der kurz seine Augen verdrehte, da er das anscheinend schon gewusst hatte. Der Anwalt beschloss Ava aus dem Bett zutragen um sie aus dem Zimmer zubringen. Sie musste fort. So schnell wie es ging. Irgendwo hin, wo es sicherer war als hier. Doch bevor er sie in seinen Armen nehmen konnte, sah der Anwalt, wie Asakku nur mit Handbewegungen, den jungen Mann zu Boden warf und ihn quälte. Asakku faltete ihre Hand zu einer Faust und verursachte bei dem braunhaarigen Mann dadurch höllische Schmerzen. „Und, merkst du schon, wie sich das Virus in deinem Körper verbreitet?“ Was sollte Tyler nun tun? Um wen sollte er sich nun kümmern?
Ava oder diesen mysteriösen Mann?
...Zur Fortsetzung:
Übernatürlich
(Teil 2)
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Für wen wird sich Tyler entscheiden? |