6.2. Berufsrisiko
Das Licht ging an und im nächsten Moment wurde die Tür von außen aufgerissen. Rachel, die immer noch entsetzt in den Raum starrte, zuckte zusammen. „Hey Rachel kommst du? Die anderen fragen sich schon, ob du auf der Toilette eingeschlafen bist“, äußerte sich Eliza und ging zu Rachel. Diese blinzelte zwei Mal und stellte fest, dass auf der Toilette niemand mehr war, außer sie und ihre Schauspielkollegin.
Sie hatte nämlich ein kleines Mädchen gesehen, dass von oben bis unten nass war. Die Tropfen kullerten vom Kleid runter auf den Boden. Ihr Gesicht war gesenkt, so dass sie nicht erkennen konnte wer sie war. Trotzdem kam sie ihr bekannt vor, da sie ein Fan von Horrorfilmen war und sie sich ziemlich sicher, dass es das kleine Mädchen von „The Ring“ war. Rachel holte tief Luft und lief so schnell wie es ging aus der Toilette…

Tyler erzählte Ethan alles über die Schicksalsgöttinnen, seine Bestimmung und die wiedergeborenen Dämonen. Außerdem teilte er ihm mit, dass er verrückte Träume hätte und auch Geister sehen konnte. Der Polizist verzog stutzig sein Gesicht, da er nicht ahnen konnte, dass alles so von großer Bedeutung war. „Ja und damals in Sarah Owens Wohnung (1.Episode) hast du doch zu mir gemeint, dass du ein kleines Mädchen am Fenster gesehen hast, war das auch ein Geist?“, Tyler nickte mit zusammengepressten Lippen, „Ja und dein Vater kann sich nicht mehr an den Unfall erinnern?“, Tyler nickte wieder, „Puh, ok… Es ist alles schon etwas leicht verrückt und ich denke, dass ich das alles noch verdauen muss, aber wieso hast du mir das nicht schon früher erzählt?“. Tyler beugte sich zu Ethan und sagte ihm, dass er niemanden darein ziehen wollte. Es war zu gefährlich, da die Dämonen einen ja verletzen können, wie er bei Gillo gesehen hatte…
Ethan blickte zu Tyler und zog seine rechte Augenbraue hoch, „Naja, dass kenne ich ja als Polizist. Berufsrisiko halt. Aber hey wenn du mir versprichst nicht so zu enden wie die Supernatural Brüder, die im ganzen Land gesucht werden, da sie Mordklagen am Hals haben, kann ich ja beruhigt sein.“ Der Anwalt lehnt sich zurück und fing an zu lachen, „Du hast Zeit um dir solche Mystery-Serien anzuschauen? Ja aber hey, ich denke, dass ich dann eher wie Halle Berry’s Gothika in einer Psychiatrie lande, da die Leute mich für verrückt halten.“ Der Anwalt war im nachhinein froh, dass sein bester Freund nun seine Wahrheit kannte und sah darin die Vorteile, obwohl die Nachteile kaum zu leugnen waren. Zwar hatte sich Tyler nun alles von seiner Seele gesprochen, doch Ethan, der von dem mysteriösen Mann heimgesucht wurde, behielt diese Information für sich, da er fest entschlossen war, nicht das zu tun, was der braunhaarige Mann von ihm verlangt hatte. Wieso sollte er einer fremden Person vertrauen? Unerwartet fing Tylers Handy an zu vibrieren – unbekannter Anrufer.
Tyler: Hallo?
Sophie: Hallo Tyler, ich bin es Sophie.
Tyler: Hi. Was gibt es?
Sophie: Ava ist mitten auf der Arbeit zusammengeknickt und
wir haben festgestellt, dass sie plötzlich hohes Fieber hat.
Nun liegt sie schon die ganze Zeit im Bett und will nicht
mehr aufwachen. Könntest du bitte vorbeikommen?
Tyler:
Oh, dass hört sich nicht gut an, aber Sophie ich weiß
nicht, ob das so eine gute Idee ist. Denn wie du sicherlich
schon von Ava gehört hast, haben wir uns getrennt…
Sophie:
Ich weiß und es tut mir auch leid, aber Ava ruft
im Schlaf immer nach dir. Vielleicht schaffst du es sie
aufzuwecken…
Tyler:
Na gut… ich komm gleich…
Tyler zog seine Jacke an und legte einen 5-Dollar Schein auf den Tisch, „Wir müssen zu Ava ins Krankenhaus. Beeil dich“. Ethan sah Tylers besorgtes Gesicht und zögerte keine Minute und entnahm aus seiner Geldbörse ebenfalls einen Schein und schob diesen unter sein Colaglas und folgte Tyler aus dem Cafe. Die beiden Freunde liefen zu ihren Wagen und fuhren Richtung Krankenhaus.
Im Krankenhaus
Ava hatte Schweißperlen auf der Stirn und schlief tief und
fest. Sophie stand am Fenster und wartete auf die Ankunft
von Tyler. Dann klopfte es an der Tür und der Anwalt und
sein bester Freund betraten das Zimmer. Tyler ging zu
Sophie, reichte ihr die Hand und drehte sich zu Ava, die
immer noch nicht aufgewacht war. „Sie ist plötzlich vom
Fieber befallen. Auffällige Synthome hatte sie nicht.
Vielleicht hatte sie sich bei einem Patienten angesteckt,
aber das ist auch fast unmöglich. Ist das nicht seltsam? Vor
zwei Stunden war sie noch Kerngesund war“
Plötzlich fing Ava an zu husten und ein leises „... Tyler“, kam aus ihren Mund. Vorsichtig setzte er sich auf das Bett und nahm Avas Hand und spürte, wie kalt ihre Hand war. Ethan, der sich dezent im Hintergrund hielt, ging zu Sophie und flüsterte ein leises Hallo und deutete auf die Tür, um die beiden alleine zu lassen.
Tyler lies kurz Avas Hand los um ein kaltes Tuch zu holen, um sie dann auf Avas Stirn zu legen. Gerade als er das getan hatte und langsam über ihre Wangen strich, bekam er schreckliche Kopfschmerzen. Er zuckte zusammen, schwankte nach links und dann nach rechts, da er die Kopfschmerzen nicht kontrollieren konnte. Als er seine Augen zusammen schloss, war er in Avas Vergangenheit…

Seine Vision
Die Krankenpfleger brachten Ava in das Zimmer, worin sie nun
lag. Sie merkten nicht, dass eine halbdurchsichtige Frau
neben den Bett stand und komische Handbewegungen machte. Aus
ihren Händen strömte Rauch, die Ava inhalierte. Tyler, der
wie angewurzelt da stand, war sich sicher, das Ava ein Opfer
von einem Dämon war. Doch wieso? Was hat sie ihr angetan?
Als Ava alleine mit dem Dämon im Zimmer war, erschien der braunhaarige Mann, der Tyler schon des Öfteren besucht hatte und immer sehr seltsam und mysteriös wirkte. „Lass sie in Ruhe!“, schrie er und beförderte diese Dämonin gegen die Wand. Der Anwalt staunte nicht schlecht, da dieser Mann sie gar nicht berührt hatte und er irgendwie einen starken Windstoß erzeugt hatte. Hexerei? „Dich wollte ich! Du hast meinen Sohn Sookey getötet und dafür wirst du nun bezahlen müssen!“, schrie die düstere ältere Frau und war von seinen Künsten weniger beeindruckt, da sie sich problemlos von der Wand wegreissen konnte. Drohend näherte sie sich dem jungen Mann und fuchtelte einmal mit der Hand, wodurch dieser gegen die Wand gepresst wurde. „Ihr Dämonen sollt doch endlich in der Hölle schmoren“, schrie er und wurde im nächsten Moment mit der Hand von der Dämonin, die Assaku hieß, an seiner Stirn berührt. Wieder kam aus ihrer Hand der dunkle Rauch und schwächte den Mann, der Ava zur Hilfe gekommen war. "Leg dich nie mit einem Dämon an, der Krankheiten in Menschen infizieren kann“. Mit einem schaurigen Gelächter verschwand sie in einem Nebel. Der Mann fiel auf die Knie und langte sich an die Stirn. Als er vor Schmerz zusammenbrach, wurde Tyler von einer Stimme gerufen…
„Tyler! Hey wach auf!“, schrie Ethan und rüttelte an seinen Freund, der neben Avas Bett auf den Boden lag, „Autsch. Verdammt. Hab ich schreckliche Kopfschmerzen“, faselte Tyler und stützte sich langsam auf. Sophie reichte ihm ein Glas Wasser und fragte ihn, ob es dem Anwalt gut ginge. „Was ist denn passiert?“, fragte Tyler leise. „Du warst für zehn Minuten bewusstlos. Ich hoffe, dass du dich nicht angesteckt hast!“. Der Anwalt setzte sich langsam auf den Stuhl und blickte ernst zu dem Polizist, „Ich weiß vielleicht wie Ava wieder gesund wird, ich muss sofort heim…“ Mit diesen Worten rannte er aus dem Zimmer, obwohl er noch kaum bei Kräften war. Er hatte durch seine Vision die wahre Ursache für Avas Fieber bekommen und nun musste er diesen Dämon ausfindig machen und sie zurück in die Hölle befördern...
****
Am nächsten Morgen wurden die Dreharbeiten zu Giles fortgesetzt. Da die eine Szene mit Rachel und dem Vampir noch nicht zu ende gedreht wurde, wiederholten sie diese Szene gleich als erstes. Die Jungschauspielerin hatte letzte Nacht nicht gut schlafen können, da sie immer zu an die Begegnung mit dem kleinen Mädchen denken musste. Vor der Kamera war sie fitt, doch hinter der Kamera, trank sie ein Kaffee nach den Anderen.
„Und… Aktion!“
Charlotte (Rachel) hörte ein Gerumpel in dem Müllcontainer und starrte verwundert hinein. Geschockt von dem Anblick, drehte sie sich zur blonden Frau, die ihr nun ihr wahres Gesicht zeigte. Sie war ein Vampir. Gerade als Charlotte (Rachel) vor dem Vampir wegrennen wollte, fiel die Containerklappe zu und brachte sie aus dem Konzept.
Die Schauspielerin, die das Opfer spielte hämmerte panisch gegen den Container, da sie die Klappe nicht mehr aufbekam. Ihre zwei Schauspielkolleginnen eilten zum Container und versuchten den Deckel wieder zu öffnen, doch mussten leider feststellen, dass sie verschlossen war. Nur mit einem Schlüssel konnte man die Klappe wieder öffnen. „Wo zum Teufel ist der Schlüssel für diesen Container?“, fragte die blonde Vampirschauspielerin und blickte zu den Kameraleuten.
Als diese mit der Schulter zuckten,
schwankte sie ihren Blick zu den Produzenten und den
anderen Schauspielern, die besorgt angelaufen kamen. „Nur der
Hausmeister hat die Schlüssel“, rief einer der Kameramänner
und eilte in den Keller, da der Hausmeister dort sein Büro
hatte.
„Lasst mich hier raus.. Verdammt… Hilfeeee…“, schrie die Eingesperrte und tritt mit voller Wucht mehrmals gegen die Tonne - Sie hatte Angst. Es war eng und stickig, Dunkel und unheimlich. Sie hörte, dass um sie herum Unruhe herrschte und das machte sie noch nervöser… „So helft mir doch… Ich bekomm keine Luft mehr heh… heh… heh…“, hechelte sie nach Luft und hörte mit einem Mal auf zu Hämmern und zu Treten.
Der Produzent fasste sich and die Stirn und schüttelte den Kopf, „Was ist das bloß für ein verrückter Dreh. Erst Gestern die verrückten Zufälle und nun das…“ Rachel klopfte vorsichtig gegen den Container und fragte, ob es ihrer Kollegin, die Lisa hieß, gut ging. Aber sie antwortete nicht. Rachel wurde unruhig. „Glaubst du dass sie….“. „Denk nicht einmal daran! Der Hausmeister wird sie schon rechtzeitig daraus holen.“ Nach 5 Minuten, die für alle wie 5 Stunden vorkamen, tauchte der Hausmeister mit dem Kameramann auf. Die Crew schritt zur Seite, so dass der Hausmeister mit dem Schlüssel die Tonne wieder öffnen konnte. Ein klacken – der Deckel sprang auf. „Ruft sicherheitshalber einen Notarzt“, schrie dieser und holte sie aus dem Müllcontainer und legte sie anschließend vorsichtig auf den Boden. Als er ihren Puls maß, war dieser kaum noch zu spüren, weshalb er sofort Erste-Hilfe leistete. Zum Glück reagierte die Schauspielerin darauf und riss ihre Augen auf. Da die Hand vom Hausmeister immer noch auf der Brust von Frau war, merkte er, wie ihr Herz mit jeder Sekunde immer schneller wurde, Seine Handfläche merkte, wie das Herz anfing zurasen. „Was ist mit Ihnen? Sagen sie doch was?“. Doch diese sagte nichts, riss stattdessen immer weiter ihre Augen auf. Ihre Lippen waren zusammen und aus ihr kamen nur ein Hilfloses stöhnen...
Dann verdrehte sie ihre Augen und ihr Herz hörte auf zu Schlagen – Schock – war sie etwa tot? Nein das konnte nicht sein. Das war unmöglich. Der Hausmeister drehte sich fassungslos zu den Anderen und stand mit wackligen Beinen auf. Bevor er was sagen konnte tauchten der Notarzt und die Polizei auf. Rachel, die erst jetzt begriff, was mit ihrer Schauspielkollegin passiert war, fiel in die arme von Eliza und weinte bitterlich.
Der Notarzt stellte fest, dass die Schauspielerin erstickt war, konnte aber die Ursache noch nciht feststellen, da er sie erst Untersuchen musste. Er wollte nichts bestätigen, da vielleicht Drogen, Schlafmittel oder sonst irgendetwas anderes die Ursache war. Während die Frau von Sanitäter in den Krankenwagen getragen wurde, befragten die Polizisten die Anwesenden, wie das passieren konnte. Unter den Polizisten waren auch Carmen und Ethan, die gerade dabei waren Rachel zu verhören. Diese erzählte unter Tränen, was gerade passierte und wurde von Ethan fürsorglich getröstet. „Und du sagst, dass dieser Müllcontainer normalerweise nie verschlossen ist? Seltsam… Und von Innen bekommt man das locker wieder geöffnet?“
Der
Polizist ging zur Tonne und betrachtete sich diesen genauer
an. Dann beschloss er selbst hinein zusteigen um von innen
zu versuchen, die Tonne aufzubekommen. Carmen und Rachel
waren von seiner Idee nicht begeistert, doch er blieb
dabei. Kurz bevor er in die Tonne sprang, rief er zum
Hausmeister, dass er die Tonne wieder aufschließen sollte,
falls er von selbst nicht mehr herauskommen würde.
Als er drinnen war und Carmen vorsichtig den Deckel wieder zuklappen lies, wartete Ethan einen kurzem Moment, ehe er mit seinen Händen gegen den Deckel drückte. „Verdammt, es klemmt wirklich. Schließt die Tonne wieder auf, da ist glaube ich was defekt“, rief er und drückte weiterhin mit seiner vollen Kraft dagegen. Doch jeder Versuch scheiterte. Es war zwecklos.
Ethan spürte auf einmal, dass sich etwas in der Mülltonne bewegte. Wie konnte das sein? Ethan, der immer unruhiger wurde versuchte nun mit seinen Füßen die Klappe aufzutreten „Hey warum braucht ihr denn so lange... Beeilt euch mal, die Luft hier wird immer dünner.“ Sein Herzschlag schlug immer schneller, als er merkte, wie sich etwas durch die Müllsäcke zu ihm hoch schlängelte. Er hielt vor Schreck die Luft an. Der Müllsack, auf dem der Polizist gelegen war, riss und etwas krabbelte von seinem Rücken vor zu seinem Bauch. Er spürte 5 Fingerspitzen. Doch wo waren die Arme und der dazugehörige Körper? Nur mit den Fingerspitzen glitt die Hand langsam aber gefährlich hoch zu Ethans Gesicht. Für einen kurzen Moment entfernte sich die Hand von seinem Gesicht, wodurch dieser dachte, dass alles vorbei wäre und er sich das allesnur eingebildet hatte. Plötzlich umfasste die Hand seinen ganzen Mund und versuchte ihn zu ersticken...
... weiter zur Fortsetzung:
6.3. Übernatürlich
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Bewertung |