6 | Blockbuster

6.1. Unerwartete Zwischenfälle

Ängstlich lief das braunhaarige Mädchen durch eine dunkle und unheimliche Gasse, von wo aus sie einen lauten Hilfeschrei zuhören war. Zuvor hatte sie innerlich mit sich kämpfen müssen - Sollte sie die Hilfeschreie ignorieren und einfach weiterlaufen oder sollte sie nachschauen, da vielleicht jemand Hilfe brauchte? Sie nahm ihr Handy in ihre Hand, da sie sofort die Polizei anrufen wollte, falls jemand tatsächlich in Gefahr war.

Mit kleinen Schritten lief sie immer weiter in die Gasse hinein, wodurch die Hilferufe immer lauter und deutlicher wurden. Die Schreie kamen aus der Richtung eines großen Müllcontainers. Verunsichert lief sie langsam dort hin und entdeckte eine Frau die weinend zu ihr Blickte. Der Anblick war erschreckend.  Der Mund, ihr T-Shirt, ihre Hose, alles war voller Blut. Als sie näher zu ihr trat, rumpelte es auf einmal kurz im Müllcontainer, verwundert sah das Mädchen rein und erstarrte vor Schreck. Eine leblose Frau lag auf den Müllsäcken, ihre Augen waren weit aufgerissen, der Mund geöffnet, als hätte sie vorher um ihr Leben geschrieen und am Hals waren zwei blutige Bisswunden.

Die Frau, die gerade noch geheult hatte stand ruckartig auf, warf dem Mädchen einen bösen Blick zu und riss ihren Mund auf, wodurch das Mädchen die Zähne von dieser Frau sehen konnte. Sie hatte wie bei einem Hund spitze und große Zähne. Das Mädchen fing an zu schreien und rannte weg. Die Frau, die ein Vampir war, rannte ihr hinterher und schnappte sie, ehe das Mädchen aus der Gasse fliehen konnte. Unsaft packte die Vampirin das Mädchen und drückte sie gegen die Wand. Die Braunhaarige hatte keine Chance, sie erstarrte vor Angst. Die Vampirin hielt den Kopf des Mädchens fest, so dass sie genüsslich in ihren Hals beißen konnte. Gerade als sie dabei war rein zubeißen, fielen ihre zwei Schneidezähne raus. Verwundert blickte die Braunhaarige sie an. Auch die Vampirin war verblüfft...

„Cut!!“

Ein genervter Mann lief eilig zu den beiden Frauen, „Wer ist denn verantwortlich für die Vampirzähne? Dieser soll dir sofort wieder die Zähne dran machen und diesmal sollten sie auch im Mund bleiben. Wir drehen die Szene dann noch einmal!“ Das braunhaarige Mädchen, die niemand geringeres als Rachel, die Cousine von Tyler war, hatte bei einem Vorsprechen teilgenommen, der für den Kinofilm „Giles – The Movie“, ein Buffy Spin-Off, gestartet wurde. Alle waren von ihrem schauspielerischen Talent begeistert, doch nur die Optik musste für die Rolle angepasst werden. Deshalb ging Rachel mit ihrer Mitbewohnerin und Freundin Monique, diejenige, die Rachel für das Casting überzeugen konnte, zu einem Friseur und anschließenden Shoppingmarathon um aus der grauen Maus eine attraktive junge Frau zu machen.

Anthony Stewart Head, der Rupert Giles spielt ging zum Mädchen und fing ein kurzes Gespräch mit ihr an. Er war von Anfang an begeistert von ihr und lobte sie für die tolle Szene. Wie damals bei Buffy, waren Sarah & Co unbekannte Gesichter und deshalb setzten die Produzenten auch dieses Mal auf neue unentdeckte Talente…

Jackson & Lewis Kanzlei
Tyler, der seit dem gewonnen Fall mit „Mitch River“ wieder von seinem Chef in höchsten tönen Gelobt wurde, hatte gleich ein Interview mit einer Reporterin von der Brooklyn Eagle (Zeitung) und war deshalb etwas aufgeregt. Welche Fragen würden sie stellen? Könnte er die alle ohne Probleme beantworten? Seine Gedanken wurden jedoch unterbrochen, als es an der Tür klopfte. Claire Nolan von der Brooklyn Eagle war zum angekündigten Interview gekommen. Tyler gab ihr zur Begrüßung die Hand und fragte sie, ob sie einen Kaffee haben möchte. Diese nickte einvernehmlich und folgte Tyler durch den Flur. Während sie durch einen Teil von der großen Anwaltskanzlei gingen, begegneten sie auch Jason, der etwas eifersüchtig auf Tyler starrte, da dieser sich wünschte, auch einmal so viel Aufmerksamkeit von der Presse zubekommen. Er ärgerte sich, da er immer nur bei dem Chef die zweite Geige spielte und somit vernachlässigt wurde.

In der Küche angekommen, erzählte die Blonde etwas über sich, während Tyler nebenbei die Kaffeemaschine bediente - Claire, 23 Jahre, blond und arbeitete seit einem Jahr für diese Zeitung.  Claire war höfflich, aber trotzdem ziemlich neugierig, was für einen Redakteur typisch war. Da die Entführung überall in den Zeitungen stand und der Freispruch eine große Überraschung war, wollte Brooklyn Eagle unbedingt den Anwalt interviewen, der diesen Fall lösen konnte. Nachdem es in der Küche nach frischen Kaffe duftete, ging Tyler mit einem Tablett und zwei Kaffees wieder zurück in sein Büro…

„Und… Aktion!!“

Gedankenverloren verließ Giles das kleine Bürozimmer wieder und stieß mit einer seiner Angestellten zusammen. Misses Goodlyn (gespielt von Rachel) hieß die junge Frau, die nun die Bücher zu seinen Füßen aufhob. Als Gentleman half er ihr natürlich, denn schließlich war es auch seine Schuld gewesen. Doch während er ihr die Bücher auf einen Stapel legte, fielen ihm ihre Hände auf. Sie hatte überall Schrammen und Schürfwunden. Sie war wohl in eine Prügelei geraten… ihr Gesicht hatte aber nichts abbekommen, woraus er schloss, dass sie ihren Gegner erledigt hatte…

„Schnitt!!"

"Wer von den Kameraleuten hat hier geschlafen? Die Schrammen an Misses Goodlyns Händen müssen mit einer Nahaufnahme sein!“, schrie der Regisseur und suchte einen schuldigen. Rachel, die mittlerweile gemerkt hatte, dass ein Dreh viel anstrengender war, als vermutet schnaufte einmal auf. Anthony (Giles) lächelte sie an und meinte, dass so was ganz Normal wäre und sie sich ziemlich schnell daran gewöhnen würde. Außerdem schlug er ihr vor, nach dem Drehtag, mit den anderen „Giles-Darsteller“ was trinken zugehen und zeigte auf die Darsteller, die im Hintergrund auf ihren Einsatz warten, Eliza Dushku, die Faith-Darstellerin und Seth Green, der Oz spielt. Die anderen Hauptdarsteller waren für den heutigen Drehtag noch nicht eingeplant, weshalb sie nicht anwesend waren. Rachel, die zwar ihre Aufregung gut verstecken konnte, war völlig begeistert, dass sie in so einem tollen Film mitspielen durfte und dass Anthony ihr anbot, mit den Stars was trinken zu gehen, war für sie eine Ehre. Mitten im Gespräch, fing der Regisseur anzuschreien und meinte, dass alle auf ihren Positionen gehen sollten, da er weiterdrehen wollte…

Kings Country Hospital
Ava die sich seit Tagen mit den Traumdeutungen Buch beschäftigt hatte, fand heraus, dass sie mit dem Buch nichts anfangen konnte. Ihre Träume waren teilweise so realistisch, dass sie im Traum nie den Unterschied zwischen Traum und Realität unterscheiden konnte. Ein Teil von ihr glaubte sogar, dass sie alles wirklich erlebt hatte und es wirklich übernatürliche Wesen gab. Deshalb war sie der Meinung, dass die einzige Person, die ihr weiterhelfen konnte, nur Dwight, ihr angeblicher Sohn war. Aber wie sollte sie Kontakt zu ihm aufnehmen? Er tauchte nur in ihren Träumen auf. Während Ava merkte, dass sie immer mehr an die Übernatürlichen Dinge glaubte, schüttelte sie den Kopf und redete sich ein, dass Dämonen und Gespenster nicht wirklich existierten und alles nur verrückte Träume wären. Vom vielen Denken wurde ihr schon richtig schlecht und ihr Kopf drehte sich die ganze Zeit.

Sophie tippte Ava vorsichtig auf die Schulter und holte sie aus ihren Gedanken, „In Zimmer 204 braucht Mister Stone seine Tabletten, könntest du das bitte erledigen?“. Benommen nickte sie und lief in die Richtung von Zimmer 204. Sophie, die etwas besorgt um Ava war, blickte ihr nach und sah, wie sie vor der Tür zusammen klappte. Ein Nervenzusammenbruch oder war es doch was anderes, was ernsteres? Die Ärztin rannte eilig zu ihr und alarmierte die Anderen, während sie Avas Kreislauf und Blutdruck kontrollierte…

„Und... Aktion!!“

„Es scheint, als hättest du auf mich gewartet?“, Giles musste bei Faith nicht drum herum reden. Sie war doch auch immer direkt gewesen. Sie kannte es nicht anders und sie würde niemals anders werden: „Schön Sie zu sehen, Giles. Ist ziemlich lange her, oder? Aber wie ich sehe, lebt es sich hier auch nicht anders als in Sunnydale. Aber lassen wir das Gerede, ich bin hier, um mit Ihnen zu reden, Giles.“ „Reden, Faith, nicht mehr? Es ist schwer vorstellbar, dass du nur hier bist, um zu reden. Sag mir doch einfach, welcher Dämon dich jetzt fasziniert hat… und wieso du ihn nicht vernichten konntest?“, Giles wusste, dass es Faith wahnsinnig machte, wenn er so mit ihr sprach. Doch er wollte, dass sie aufstand.

Plötzlich fiel die Lampe unerwartet von der Decke herunter und landete gefährlich nahe vor den Füßen von Faith, die erschrocken den Atem anhielt. Wäre diese 30 Zentimeter weiter rechts montiert gewesen, hätte Faith die Lampe direkt auf den Kopf bekommen. Mit weit aufgerissenen Augen starrten sich Giles und Faith an…

„Schnitt!!"

"Was ist denn heute nur los? Alles funktioniert nicht wie ich es gern haben möchte? Wo sind die Techniker, die sollen mal eine neue Lampe besorgen und die dann richtig an die Decke befestigen.“ Elizia (Faith) stand irritiert auf und ging aus der Kulisse zu Rachel. Sie schüttelte den Kopf und meinte, dass heute alles wie verhext wäre. So einen verrückten Drehtag hatte sie noch nie erlebt, da überall kleine Pannen waren. Der Neuling unter den Schauspielern wusste ja bis heute nicht, wie ein Drehtag aussehen würde, war sich aber sicher, dass die auffälligen Pannen, nicht zu einem Dreh dazugehörten. In den fünf Stunden, die sie da waren passierte einiges. Als sie die Szene in der Bibliothek gedreht haben, fielen aus einer Reihe die ganzen Bücher vom Regal und erwischte den Kopf eines Kameramannes. Da die Bücher nicht schwer waren, hatte er sich zum Glück nicht verletzt und konnte nach einer kleinen Unterbrechung weiterdrehen. Nach der Szene in der Gasse gedreht wurde klappte der Müllcontainer auf einmal zu und die tote Frau verklemmte sich dadurch zwei Finger. Alles war etwas merkwürdig, aber dennoch drehten sie weiter und hatten schon einiges auf Band…

Jackson & Lewis Kanzlei
Lächelnd stand Claire auf und gab Tyler länger als nötig die Hand. Das Interview war ihrer Meinung nach richtig gut und sie müsste unbedingt mal den anderen Helden treffen, der den anonymen Anrufer identifizieren konnte, nämlich Ethan. Der Anwalt befürchtete, dass Claire nicht das letzte Mal bei ihm im Büro war, da sie nämlich meinte, dass sie weiterhin immer vor Ort wäre, wenn Tyler, an einem kniffligen Fall wäre. Der Anwalt blickte auf die Uhr und merkte, dass er nur noch eine viertel Stunde hatte, bis er sich mit Ethan im Onyx Cafe treffen wollte, der dem Polizisten noch einiges seit der Sache mit Georgina beichten musste. Tyler griff nach seiner Jacke und ging mit der jungen Frau aus seinem Büro. Während sie die Treppen herunter liefen schaute die Redakteurin ihn mit Engelsaugen an.

Möchten Sie nicht mal mit mir was trinken gehen? Ich weiß ich bin da ziemlich direkt und ich hasse manchmal meine direkte Art, aber was denken Sie?… Oder haben sie schon eine Freundin? Ohje ich hätte nicht fragen sollen. Natürlich haben Sie eine Freundin…

Tyler senkte seinen Kopf und zögerte mit seiner Antwort. Claire, die in seinem Gesicht sehen konnte, dass er ihr was verschweigen wollte, zeigte Verständnis und verabschiedete sich schnell von dem Anwalt, da ihr dass etwas unangenehm war. Als sie aus der Tür gehen wollte blieb sie mit der Tasche stecken, da die Tür zu schnell zugegangen war. Tyler lachte kurz auf und eilte zur Tür um diese aufzuhalten. „Oh mein Gott ist mir das peinlich. Sie denken sicherlich, dass ich etwas ungeschickt bin.“, kicherte sie verschämt und lief rot an. Tyler schüttelte den Kopf und grinste sie dabei an, „Nein. Jeder hat mal solche Momente und stellen sie sich vor, so was ist bei mir an manchen Tagen sogar Dauerzustand. Also dann wünsch ich Ihnen noch einen schönen Abend. Bye“. Tyler lief zu seinem Auto, während Claire in die andere Richtung ging und ihm heimlich hinterher blickte. „Claire, wieso verscheuchst du durch deine Art immer die nettesten Typen…

Onyx Cafe
Ethan war schon etwas früher im Onyx und wartete geduldig auf seinen besten Freund. Er hatte einige Fragen, die nur Tyler beantworten konnte. Während er in seinen Gedanken versunken immerzu sein Colaglas anstarrte, die immer kleine Luftbläschen bildeten, die von der starken Kohlensäure verursacht wurden, tauchte der mysteriöse Mann wieder direkt vor Ethan auf, "
Warum bist du denn so Dickköpfig und hörst nicht auf mich! Vermeide den Kontakt mit Tyler oder du wirst in große Schwierigkeiten kommen!" Ehe dieser Antworten konnte, verschwand der braunhaarige Mann wieder und im nächsten Moment betrat Tyler mit angespannter Miene das Cafe...

Drehort für "Giles - Die Suche nach neuen Jägerinnen"
Der erste Drehtag war zu Ende. Rachel meinte zu den anderen Schauspielkollegen, dass sie gleich nachkommen würde, da sie noch kurz auf die Toilette müsste. Als sie sich gerade die Hände beim Waschbecken gewaschen hatte, ging plötzlich das Licht aus. Sie zuckte zusammen und griff Blind in ihre Tasche, um ihr Handy herauszuholen. In ihrer Hektik war ihr nicht entgangen, dass sie ein unheimliches Atmen hörte, welches beim genaueren Lauschen eher nach einem hauchen klang. Es war ganz in ihrer Nähe und müsste aus eines der Kabinen kommen. Ängstlich versuchte sie ohne Orientierung den Ausgang zu suchen und behielt dabei immer eine Hand suchend nach dem Handy und die andere Hand gestreckt um nicht gegen eine Wand oder etwas was sie daran hindern würde aus der Toilette zu entkommen. Wieso musste sie so eine große Tasche mitnehmen, worin man kaum was finden konnte, wenn man was dringend brauchte.

"Gott sei dank", atmete sie auf und griff ihr Handy hervor und leuchtete zum Ausgang. Plötzlich hörte sie ein platschen, was sich so anhörte, als würde etwas entweder in eines der Toiletten gefallen oder aus dem heraus gekommen sein. Rachel wollte gar nicht wissen welche Theorie nun zutreffen würde.  Sie vermiet es sich umzudrehen, da sie viel zu Angst davor hatte. Panisch zog sie an dem Türgriff und stellt entsetzt fest, dass dieser auf einmal abgeschlossen war. Sie hämmerte gegen die Tür und hoffte, dass jemand noch von draußen sie hören konnte. Doch eine Andere ging auf - Knatternd und Langsam. Genau in diesem Moment schaltete sich das Licht vom Handy aus.

Obwohl Rachel sich nicht umdrehen wollte, blieb ihr keine andere Wahl. Schließlich wäre sie mit dem Rücken ein leichtes Opfer, falls dieser sie angreifen wollte. Sehen konnte sie allerdings nichts, da in der Toilette die totale Dunkelheit herrschte. Sie hörte nur langsame Schritte, die näher kamen, Wassertropfen, die auf den Boden fielen und das schrecklichste war, das angst einflößende Hauchen dieser Person, welches ihr das Blut in den Adern gefrieren lies und ihre Stimme verschlug, obwohl sie in diesem Moment lauthals schreien wollte. Rachel zitterte am ganzen Körper und versuchte mit ihren wackligen Fingern die Taste vom Handy zudrücken um wieder Licht ins dunkle zu bringen. Doch als sie das Handy vor ihr Gesicht in den Raum leuchtete, blieb ihr vor Schreck der Atem weg.

... weiter zur Fortsetzung: 6.2. Berufsrisiko
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hättest du mit so einer Crossover-Art gerechnet?

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