11 | Kriegernachwuchs

Was bisher geschah:
Und du bist sicher, dass Gerichtsmedizinerin dein Beruf ist? Wärst du bei der Mordkommission nicht besser aufgehoben?“ Ellen lachte nach dieser Bemerkung kurz auf und meinte aber, dass das Bild noch nicht fertig war, da noch ein Teil des Puzzles fehlen würde. „Wir müssen mit der letzten Lebenden von den Vieren sprechen um herauszufinden, was sie mit der Hexe angetan haben.“ (...)
 „
Du machst das richtige und ich weiß, dass Tyler dir sehr dankbar dafür ist. Lass den eingebildeten Schnösel reden, der weiß ja nicht, wieviele Menschen du schon gerettet hast.“ Ethan versuchte tapfer zu Lächeln, doch musste er immer an die Worte denken, die Terrence zu ihm gesagt hatte…

11.5. Privater Hexenzirkel

Heute können wir nicht mehr mit Melody Candis sprechen, aber gleich morgen früh werde ich sie Kontaktieren. Ich hoffe nur, dass die Hexe auch ihren Schlaf braucht.“ Nachdem Ethan den Satz beendet hatte erschien Lachesis in einem hellen Licht. Sie schien aufgeregt zu sein, da sie sehr hektisch und schnell redete. „Ellen du musst zurück, denn die Götter vermuten, dass die Wiedergeburt von Lilith, die mächtigste Hexe die jemals gelebt hatte und einer der ultimativen Sieben, in Bronx wiedergeboren wird. Ich habe Sharon, Mason und Isaac nach Bronx geschickt und du solltest ihnen nun helfen.

Ellen zögerte ein wenig, da sie ungern Ethan mitten in einem Fall alleine lassen wollte, doch der Polizist nickte einmal und riet der Kriegerin die anderen zu helfen, da The Ultimate Se7en Vorrang hatte, „Ich werde das mit Melody Candis schon geschaukelt bekommen. Geh und rette New York vor der nächsten Katastrophe.“ Einvernehmlich reichte Ellen Lachesis die Hand, wodurch die beiden sich nach Bronx zu den anderen Kriegern orbten.

Als der Polizist auf dem Flur einen Kalender entdeckte, fiel ihm wieder ein, dass sein bester Freund bald Geburtstag hatte und so griff er nach seinem Handy um Tyler anzurufen. Zu seinem Glück war endlich nach mehreren Wochen, dass Handy wieder eingeschaltet. „Tyler Carrendoor“, ertönte es aus dem Hörer und im Hintergrund waren mehrere Stimmen, die wild durcheinander quasselten, zu hören. „Hey Sportsfreund, ich bin’s Ethan. Mein Gott, schön dich zu hören. Bist du zu Hause?“ –„Ja du kannst gerne vorbeikommen.“ Ethan klappte sein Handy zusammen und verschwand aus der Wohnung der Ermordeten so schnell wie es ging, trabte die Treppen hinunter, sprang ins Auto und sauste in Richtung Tylers Wohnung.

****

Hope klingelte an der Wohnungstür der Carrendoors und hoffte, dass sie nicht allzu spät kam. Es war schwer ein passendes und vor allem spontanes Geschenk für Tyler zu finden, weshalb sie länger als geplant in der Mall war. Letztendlich entschied sie sich für Johnny & Jack, da sie wusste, dass der Anwalt ein Whiskyliebhaber war und Jack Daniels und Johnny Walker sicherlich sein Herz höher schlagen lassen würde. Die Tür öffnete sich und eine leicht erschöpfte Ava öffnete die Tür. Voller Freude, endlich ihre Freundin wieder zu sehen, sprang Hope der Krankenschwester kreischend um den Hals und knuddelte und schüttelte sie fest. Ava fing an zu lachen und ließ sich mitreisen. „Ich freue mich auch dich wiederzusehen, komm rein. Ethan und ein paar Freunde von Tyler sind auch schon da“, sagte Ava, nachdem Hope ihr die Möglichkeit gab wieder zu sprechen.

Als sie das Wohnzimmer betrat, fiel ihr sofort die drei unbekannten Gesichter auf. Der eine war ziemlich groß und hatte braune, Kinnlange Haare. Die eine war fast zwei Köpfe kleiner als er und hatte schöne, fast schwarze Haare, die zu einem Zopf gebunden wurde. „Wo ist denn das Geburtstagskind?“, scherzte Hope und hielt Ausschau nach dem Ehemann ihrer besten Freundin. Nachdem sie ihn hinter Ethan entdeckt hatte, lief sie rasch zu ihm und drückte ihm ihre zwei verpackten Geschenke in die Hand. „Oh das wäre doch nicht nötig gewesen, hallo erstmal“, sagte Tyler geschmeichelt und bedankte sich bei Hope mit einer Umarmung. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“, fügte die junge Anwältin noch hinzu.

Tyler stellte seine Geschenke ohne sie auszupacken auf dem Wohnzimmertisch und stellte ihr nun die Unbekannten vor. So lernte sie Dwight Sanders kennen, einen alten Kindergarten Freund von früher, Mitch River und seine Freundin Gladys Coldwater als ehemalige Mandantin. Hope begrüßte sie mit einem Handschlag und wandte sich wieder zu Ethan. Klar war dieses Thema, welches sie nun kurz anschneiden wollte, echt nicht passend, doch sie musste es einfach los werden.

Ich weiß, dass gehört gerade nicht hier hin, aber habt ihr von der Polizei nun den wahren Mörder im Fall von Melody Candis gefunden?“ Ethan zuckte kurz zusammen. „Äh.. Nein, wir sind noch auf der Suche.“ Tyler wurde daraufhin spitzhörig und klinkte sich in das Gespräch mit ein....

****

Melody wälzte sich unruhig im ungemütlichen und kleinem Metallbett im Fellowship Gefängnisses hin und her. Schlafen konnte sie nicht, da die Angst sie immer wach hielt. Angst vor dem, was womöglich auf sie wartete, wenn niemand ihr rechtzeitig helfen würde und die Hexe das behielt, was sie drohte. Da sie so eine unbeschreibliche Furcht hatte, nahm sie jedes kleine Geräusch wahr und dachte immer, dass jemand gleich vor ihr stehen könnte und sie angreifen würde. „Beruhige dich, bald bist du hier wieder draußen und dann suchst du dir Hilfe“, murmelte Melody und zog ihre Decke noch weiter über ihren Kopf. Plötzlich hörte sie von draußen einen Ast knacken und zuckte zusammen. Da sie merkte, dass ihre Angst sie langsam verrückt machte, legte sie sich auf den Bauch und steckte den Kopf tief in das Kissen. Sie hielt sich die Ohren zu und hoffte, dass es endlich die Stunden verfliegen würden und es endlich Morgen sein würde. Wieviel Uhr es denn mittlerweile war?

Während sie so überlegte, hörte sie Schritte, die aus dem Gang kamen. Gegen ihre Angst, weil ihre Neugierde größer war, kletterte sie aus dem Bett und schlich zur Zellentür. Durch das Gitter blickte sie in den etlichen langen Gang und sah eine Person die in ihre Richtung lief. Sie war ungefähr 1,65 m groß, zierlich und hatte einen Mantel an. Das Gesicht konnte sie bei der Dunkelheit nicht erkennen, aber sie vermutete, dass diese Person kein Wärter war. Sie vermutete eher eine Frau, aber nicht nur irgendeine, die sich in der Nacht im Gefängnis verirrt hatte, sondern diejenige, die hinter ihr her war.

10 Meter vor Melodys Zelle, rüttelte jemand an seiner Zelle, „Verdammt nochmal könnt ihr in eurer Zelle nicht leiser sein?“ Ein brummiges Knurren ertönte aus dem Mund der unbekannten Person. Sie wandte sich dann zur Frau hin, die sie angebrüllt hatte. Melody sah, wie die Unbekannte, die Gefangene am Hals packte und diese mehrere Male gegen die Gitter knallen ließ. Voller Schmerzen fing sie an zu schreien, bis Melody ein ungewöhnliches Knacken hören konnte und danach die Gefangene zu Boden sackte und sich das Blut auf den Boden verteilte. Sichtlich unberührt, lief die Unbekannte wieder in Melodys Richtung und machte den Eindruck, als würde sie täglich Menschen umbringen. Panik brach in Melody aus, denn je näher die Unbekannte zu ihr kam, desto größer wurde die Angst vor der Befürchtung, dass die Frau ihretwegen gekommen war. Melody sprang wieder ins Bett und schlug die Bettdecke über ihr Gesicht.

Sie zitterte, schlotterte und atmete schwer. Hoffentlich würde die Frau nicht gerade vor ihrer Zelle stehen bleiben. Obwohl sie vor Angst fast nicht mehr klar denken konnte, hörte sie ein Zischen und kurz darauf eine Hand auf ihrer Decke. Ihr Blut gefror in den Adern und sie hörte auf zu Atmen. Die Decke wurde aufgerissen und eine braunhaarige Frau sah sie mit einem fast schon verstörten Blick an. Ohne Vorwarnung beamten sich die zwei aus der Zelle.

Melody erschrak sich zu Tode und wunderte sich, wie sie von einem zum anderen Moment an einem anderen Ort gelangen konnte. „Was um alles in der Welt..“, fing Melody an und wurde dann von der braunhaarigen Frau beruhigt. „Keine Sorge, wir machen dir nichts.“ Hinter ihr stand eine weitere braunhaarige Frau. „Ich bin Amy“, sagte sie und lief zu Melody. „Und ich bin Kirsten“, fing sie an, „Da habe ich dich ja noch in letzter Sekunde retten können. Ich hoffe, dass du für die Zukunft die Finger von der Hexerei lässt. Du siehst ja was dabei rauskommt.
Melody fing an zu stottern. „
Ihr wisst also über mein Problem bescheid? Naja… das ist alles ganz anders gelaufen, wie meine Freunde und ich es gedacht haben. Wir wussten ja nicht, dass es so schlimme Folgen haben könnte.“ Amy schüttelte den Kopf. Mit so etwas musste man immer rechnen. Schließlich war es ja schwarze Magie und im Fernsehen gab es ja unzählige Filme über Hexen. Klar war vieles erfunden, doch auch dort konnte man ja sehen, dass die Hexen meist rachsüchtige und verbitterte Frauen oder Dämonen waren. „Magst du uns erzählen, wie alles so enden konnte? Wir wollen dir helfen und dazu brauchen wir Informationen.

****

Du hast deinen ersten Fall?“, fragte Tyler die junge Anwältin. „Ja, irgendjemand muss ja die Arbeit machen, wenn du nicht da bist. Und.. sie kommt morgen sogar wieder frei. Zwar kam es nicht zu einem Gerichtstermin, aber dennoch kann ich sagen, dass ich meinen ersten Fall gewonnen habe.“ Stolz klopfte Tyler ihr auf die Schulter. „Gut gemacht, dann freue ich mich ja, dass wir mit dir unsere erste weibliche Anwältin in unserer Kanzlei haben.

Ethan lächelte nur zögerlich, was aber nicht auf die Aussage des Anwalts bezog. Vielmehr wollte er wissen, wie es denn Melody ging, denn er wusste ja die Wahrheit. „Melody scheint etwas verstört zu sein, aber ich denke, dass alles was sie in letzter Zeit durchmachen musste, einfach zu viel für sie gewesen war. Ich kann das wirklich nachvollziehen, denn wer will schon unschuldig ins Gefängnis kommen.“ Nickend drehte sich Ethan zu Tyler und warf ihn einen Blick zu, welcher der Anwalt sofort übersetzen konnte – Etwas Übernatürliches hatte in diesem Fall seiner Finger im Spiel. Nun war Tyler hin und her gerissen. Sollte er auf die Blicke von Ethan eingehen und seinen besten Freund kurz auf die Seite nehmen um nachzuhaken was Sache ist oder sollte er einfach nur seine spontane kleine Geburtstagsumtrunk genießen und auf den Mittag, nach einem ausgiebigen Schlaf ansprechen?

Hope merkte, dass Ethan und Tyler wieder eine wortlose Kommunikation führten, welche sie schon seit die Anwältin die beiden Freunde kannte, niemals übersetzen konnte. „Ich glaube ich lass euch beide Turteltauben in Ruhe und wende mich mal dem Sekt zu“, schmiss sie in die Runde und lief in die Küche um ein Glas Sekt zu holen…

***

Nach einem tiefen Seufzer fing Melody ganz kleinlaut an zu erzählen. „Ich habe mit 12 Jahren im Speicher ein total verstaubtes Buch gefunden. Als ich es aufgeschlagen und mich ein bisschen eingelesen hatte, wurde mir klar, dass es ein Buch für schwarze Magie war. Ich nahm also das Buch mit in mein Zimmer und legte es unter meinem Bett. Jahrelang blieb es unberührt und erst nach 10 Jahren fiel mir ein, dass unter meinem Bett dieses Buch lag. Meine Freundin Anna entdeckte es zufällig und blätterte neugierig durch die Seiten. Sie war ganz hin und weg und wollte, dass wir einige Sachen aus Spaß mal ausprobieren sollten.

Amy und Kirsten schauten sich mit zusammengezogener Augenbraue an. Nach gründlichen Recherchen fanden die Göttinnen nämlich heraus, dass in der Zeit der Hexenverbrennungen mehrere Hexen in der Gegend wo heute nun das Wohngebäude von Melody Candis stand, umgekommen waren.

Melody blickte stutzig fuhr aber dann fort, „Anna und ich fingen mit kleinen Hexereien an. So ließen wir zum Beispiel eine verwelkte Blume wieder erblühen. Nach und nach wollten wir immer mehr ausprobieren und so suchten wir verbündete, die sich ebenfalls mit der schwarzen Magie befassten. Im Internet fanden wir ein Portal, worin angebliche Praktizierende ihren Platz fanden. Wir schlossen uns mit zwei weiteren zusammen, Calvin Sand und unseren Professor Walter Dash. Den Vorschlag von Mister Dash, einen Hexenzirkel zu gründen, gingen wir nach und trafen uns einmal in der Woche um unsere Hexenkünste zu verfeinern. Wir wurden tatsächlich immer besser und obwohl Anna uns immer davor gewarnt hatte, die schwarze Magie nicht zu sehr auszunutzen, war sie diejenige, die anfangs am meisten profitiert hatte. Sie bekam gute Zensuren, einen guten Nebenjob und halt eine Glückssträhne nach der anderen.

Professor Dash wollte aber zuletzt was ganz besonderes ausprobieren. Ihm genügte es nicht, dass wir hier und da mal etwas Gutes für uns selbst tun, sondern wollte Menschen nach seiner Pfeife tanzen lassen. Mir war klar, dass dies sehr riskant war, doch ich hatte selbst Probleme mit einigen Professoren, denen ich gerne mal einen Denkzettel verpassen wollte.

Amy schüttelte unverständlich den Kopf. Warum mussten die Menschen immer nach dem Motto Leben – Wie du mir, so ich dir?

Um diesen Gedanken in die Tat umzusetzen, mussten wir eine wirkliche Hexe herbeirufen. Wir mussten also viel Ekliges machen und das mit dem totem Schaf war noch harmlos. Calvin sträubte sich etwas, da er bei dem Gedanken eine wirkliche Hexe zu beschwören Muffensausen bekam. Er riet uns, dass ganze Abzubrechen, aber Professor Dash, der seine geschiedene Frau wieder zurückgewinnen wollte, war strikt dagegen. Er drohte uns sogar, so schlechte Zensuren zu geben, dass wir vom College fliegen würden und uns danach im Kentucky Fried Chicken eintragen konnten. Wir gaben nach und setzten das Ritual in die Tat um. Es war unglaublich, als nach einer riesigen Stichflamme eine schrecklich aussehende Frau vor uns stand. Anna sollte einen Spruch sagen, dass die Hexe an uns bindet, so dass sie uns nicht angreifen konnte. Sie sollte unsere Sklavin sein.

Doch leider hatte sie einige Fehler in der Aussprache der lateinischen Sätze und verursachte dadurch, dass die Hexe fliehen konnte. Bevor sie aus dem Fenster mit einem schrecklichen Geheule verschwand, sagte sie noch, dass sie jeden Einzelnen von uns Verfluchen würde und das wir alle in die Hölle kämen. Die Hexe behielt was sie versprach und brachte jeden nach und nach von unserem kleinen Hexenzirkel um. Bei dem letzten Angriff von der Hexe, konnte ich gerade noch aus der Wohnung von Anna fliehen. Leider hat es meine Freundin nicht geschafft… Ich bin die einzige, die die Hexe noch nicht geholt hat.

Melody brach in Tränen aus und machte sich Vorwürfe nichts dagegen unternommen zu haben. Kirsten fasste sich an den Hals und dachte nur, dass diese Idee mit der Hexenbeschwörung ja schon vornherein zum Scheitern verurteilt war. „Naja, nun kannst du das wieder gut machen." Melody sah Kirsten etwas verdutzt an. "Was meinst du mit wieder gut machen?" Kirsten und Amy zeigten auf das Fenster, woraufhin Melody entsetzt ihre Augen weit aufriss. "Die Hexe braucht nur noch dich Melody und wir servieren für sie die letzte vom privaten Hexenzirkel auf dem Silbertablett." Lachend schritt Amy zum Fenster und ließ die wütende alte Frau in die Wohnung hinein. "Ausgehext."...

****

Tyler und Ava verabschiedeten sich langsam von den Gästen, bis nur noch Ethan und Dwight bei ihnen in der Wohnung waren. Kaum war die Tür verschlossen fragte Tyler seinen besten Freund, ob man nun Carmen gefunden hätte. Zu seiner Enttäuschung schüttelte Ethan traurig den Kopf und blickte bedrückt zu Boden. „Ich suche täglich nach irgendein Lebenszeichen von ihr, aber ich werde jeden Tag aufs neue enttäuscht.“ Mitfühlend strich Ava ihm am Oberarm, während die drei wieder ins Wohnzimmer liefen. Dwight blickte zum geknickten Polizisten und öffnete seinen Mund um etwas zu sagen, doch er schloss sie wieder, weil er es sich doch anders überlegt hatte. Über manche Dinge durfte er einfach nicht reden.

"Und was ist nun mit dir Dwight? Willst du weiterhin bei uns bleiben oder kehrst du wieder in die Zukunft zurück um deine Schwester und Madison zu helfen?", fragte Tyler. "Ich kann noch nicht gehen, warst du etwa in der Zukunft?" - "Ja, ich wollte mit der Glocke zu dir, aber anfangs konnte ich noch nicht damit umgehen und bin so durch die Zeiten gesprungen." Nach den Worten überreichte Tyler seinem Sohn die Glocke wieder, die er ihm geschenkt hatte. "Danke für dieses Geschenk, aber wir können das nicht annehmen." Ava drehte sich zu ihrem Sohn. "Wir beide finden, dass diese Glocke bei demjenigen bleiben sollte, dem es auch ursprünglich gehört hatte." Dwight lächelte seine Eltern an und steckte die kleine Glocke in seine Hosentasche. "Wenn ich jetzt so überlege, denke ich, dass ich doch kurz in die Zukunft gehen sollte, nur um sicher zu gehen, dass es meiner Schwester und meiner Freundin gut geht." Bevor Dwight sich wieder auf die Reise machen konnte, bat Ava ihm einen kurzen Moment zu warten. Sie eilte schnell ins Zimmer und kam mit einer Digitalkamera wieder. "Macht ein Foto von euch dreien. Mit diesem Bild kannst du ja bestätigen, dass es deiner kleinen Schwester gut geht." Dwight grinste und nahm die Digitalkamera an sich. "Dad und Ethan kommt, wir machen ein gemeinsames Foto." Alle stellten sich nebeneinander, während Tyler die Digitalkamera auf den Wohnzimmertisch stellte und den Selbstauslöser einstellte, "Soo.. 5 Sekunden", faselte er und eilte schnell zu den Anderen. Alle lächelten und warteten auf den Blitz der Digitalkamera...

****

Kirsten (Klotho) hielt umklammerte Melody, so dass sie nicht entkommen konnte. Die alte verwesliche Person, trat mit langsamen Schritten näher zu der jungen und blonden Frau. "Und du hast wirklich geglaubt, dass wir dir helfen wollen? Wie töricht von dir!" Die Hexe drehte sich zu Amy (Atropos). "In der Not geht man wohl unmoralische Geschäfte ein, nicht war Atropos? Aber gut, ihr habt mir die kleine Göre gebracht, weshalb ich meinen Teil der Abmachung nun auch einhalte. Hier, da ist das Gegenmittel." Amy nahm eine kleine Tinktur entgegen und wandte sich dann zu ihrer Schwester, die nun Melody loslassen sollte. "Wie krank seid ihr denn? Ihr macht ja so, als hätte ich in euren krummen Geschäften gar nichts zusagen? Hallo? Geht es noch?" Mit einem Mal, schlug die Hexe ihr ins Gesicht, wodurch sie bewusstlos zu Boden fiel, "Menschen... Warum denken Sie immer, dass sich alles nur um sich selbst dreht", sagte die alte Frau und packte Melody an den Haaren, um sie aus dem Fenster zu zerren.

"Halt", rief Amy. Sichtlich genervt, verdrehte die Hexe ihre Augen. "Was ist denn jetzt wieder? Ihr habt eure Mixtur für die Heilung... Mehr hatten wir nicht abgemacht." Hinter der alten Frau leuchtete es auf und kurz daraufhin, bekam die Hexe einen harten Schlag auf den  Rücken, wodurch sie neben Melody zu Boden fiel. "Hallo", lächelte Lynda und blickte zu ihren Schwestern. Die Hexe wurde wütend: "Was zur Hölle geht hier vor sich?!" Amy und Kirsten traten näher und kreisten sie ein "Ich sollte ernsthaft über eine schauspielerische Karriere denken, falls einmal der Tag kommen sollte, an dem ich keine Lust mehr habe, Schicksalsgöttin zu sein." Lachesis schüttelte auf die Zukunftsgedanken ihrer Schwester Atropos, den Kopf und wollte, dass sich ihre Schwester sich wieder konzentrierte.

Die drei Moiren fingen an, die Hexe zu beschwören:

Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur Nomen Tuum;
adveniat Regnum Tuum;
fiat voluntas Tua,
sicut in caelo et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
Sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a Malo.
Quia tuum est regnum et potestas et Gloria
in saecula

Die Hexe verbrannte qualvoll in einem grünen Feuer und verfiel zu Staub. Erleichtert sahen sich die Moiren an und merkten, wie Melody wieder zu sich kam. Sichtlich erstaunt darüber, dass sie noch lebte, bat sie die drei Schwestern um Aufklärung. Nachdem sie der jungen Frau alles berichtet hatten, meinten sie, dass Melody wieder zurück ins Gefängnis müsste, ehe jemand merkte, dass sie für einige Stunden fort war. "Wir hoffen doch sehr, dass du aus dieser Lektion gelernt hast und in Zukunft die Finger von der schwarzen Magie lässt." Melody nickte einvernehmlich und versicherte den Moiren, dass sie aus der Sache gelernt hätte. Danach wurde sie von Atropos wieder zurück in das Gefängnis gebracht.

Lachesis und Klotho dagegen, orbten sich mit der Tinktur in der Hand, aus der Wohnung und tauchten wieder in einem dunklen Keller auf. Entsetzt sah Klotho ihre Schwester an, "Das hat uns gerade noch gefehlt. Sie hat sich aus den Ketten befreien können und ist aus dem Fenster abgehauen." Lachesis starrte das offenstehende Fenster mit hochgezogener Augenbraue an, "Immer wenn ich denke, dass wir etwas im Griff haben, tritt das Gegenteil ein. Toll... Richtig toll..."
.........
Ende der 11. Episode