Was bisher geschah:
Ava klammerte sich an Tyler und winkte Madison und Violet zu. „Wir sehen uns
wieder.“ Langsam verblassten das Ehepaar bis sie völlig von der Bildfläche
verschwanden. Violet suchte bei Madison Trost, die einen nachdenklichen
Gesichtsausdruck hatte. „Recht bald werdet ihr erfahren, dass die Dämonenmutter
Mithilfe der ultimativen Sieben die Hölle in Brooklyn erschaffen möchte und
eines der größten Schlachten zwischen Gut und Böse ausbrechen wird.“…
11.4. Das (unverhoffte) Wiedersehen
Jahr 2008: Brooklyn, Ava und Tylers Wohnung
Tyler
und seine Frau kehrten wieder in ihre Zeit zurück. Ava löste sich von ihrem
Ehemann, als sie merkte, dass sie wieder in ihren vertrauten vier Wänden war.
Ein Blick auf die digitale Uhr über der Wohnzimmerwand bestätigte auch die
richtige Zeit. Tyler durfte aber keine Zeit verlieren und eilte ins Schlafzimmer
um ein Blatt Papier und etwas zum Schreiben zu holen. Ava dagegen klapperte alle
Zimmer ab um sicher zu gehen, dass alles noch so war, wie sie die Wohnung
verlassen hatten.
Vom Schlafzimmer wieder im Wohnzimmer angelangt, setzte sich der Anwalt auf seine Couch, in der er schon seit etlichen Wochen nicht mehr gesessen hatte. Ein langer Seufzer folgte gleich nachdem er sich auf die Couch fallen gelassen hatte, „Wenn ich doch jetzt nur Stundenlang einfach nur so sitzen bleiben könnte, aber dafür bleibt keine Zeit. Ich muss Dwight retten und dafür muss ich jetzt die Zeichnung zum Höllentor auf das Papier bringen.“ Ava kehrte wieder ins Wohnzimmer zurück und setzte sich neben Tyler. Sie war besorgt um ihren Mann, doch sie wusste auch, dass dies der einzige Weg war um Dwight aus der Hölle zu befreien. „Pass auf dich auf“, sagte sie mit leiser Stimme und lehnte ihren Kopf auf seine Schulter. Tyler blickte zu ihr und unterbrach seine Zeichnung, „Ich werde unseren Sohn retten und wenn ich wieder zurück komme, feiern wir gemeinsam meinen Geburtstag. Kannst du für mich Ethan und die Anderen anrufen? Die fragen sich sicherlich schon, warum wir solange weg waren.“ Nach diesen Worten setzte er seine Zeichnung wieder fort, während Ava wieder aufstand um zum Telefon, welches auf der Wohnzimmerwand stand, zu laufen.
„So… jetzt bin ich mit der Zeichnung fertig“, jubelte Tyler und wurde gleich danach von einem dunklen Rauch umgeben und in die Zeichnung hinein gerissen. Ava lies vor Schreck das Telefon aus der Hand fallen und zitterte am ganzen Körper, „Ich hoffe, dass niemanden etwas zustößt“, murmelte sie und hob das Telefon wieder vom Teppichboden auf.
Fellowship Gefängnis
„Ich
habe dir nichts getan! Lass mich verdammt noch mal in Ruhe“,
schrie Melody Candis und zappelte vor Angst auf dem Stuhl hin und her. Die
besessene Anwältin lief auf ihre Mandantin zu, „Ihr
mit euren kleinen Spielchen habt mich wohl unterschätzt.“
Melody riss ihre Augen weit auf, als sie immer näher auf sie zu kam. Unerwartet
klopfte jemand an die Zellentür und sorgte dafür, dass der Dämon in Hope wieder
aus ihrem Körper verschwand. Sie wurde wieder Blond und blickte verwundert zur
Tür, die von einem Wärter aufgemacht wurde. „Sind
sie fertig?“ Etwas neben sich, fasste sich Hope
an die Stirn, nickte dabei und sah zu ihrer Mandantin, die Schweißperlen auf der
Stirn hatte, hinüber. Die weitaufgerissenen Augen waren voller Angst, welche
aber Hope nicht verstehen konnte. „Miss Candis
geht es Ihnen gut? Sie sehen so aus, als hätten sie einen Geist gesehen.“
Sie sagte zwar, dass alles in Ordnung war, doch glauben konnte Hope ihr das
nicht, da sie es mit zitternder Stimme gesagt hatte. Dennoch wandte sie sich zum
Wärter. „Wir beide haben alles besprochen.“
Dann lief sie aus der Zelle, woraufhin ein anderer Wärter die Angeklagte vom
Tisch befreite um sie auf ihre Zelle zu bringen.
Als Melody an Hope vorbeigezerrt wurde flüsterte sie ihr noch zu, „Sorgen Sie bitte dafür, dass ich so schnell wie möglich hier raus komme.“ Hope nickte einvernehmlich und lief den langen Gang hinunter, die zum Eingang führte. Der Polizist am Empfang sah die junge Anwältin vorwurfsvoll an, „Und solche Leute wie ihre Mandantin kommen wieder auf freien Füßen. Wir buchten die Schwerverbrecher ein und ihr holt sie wieder raus.“ Hope spitzte empört ihre Lippen, „Mister, ich habe Unterlagen, die Eindeutig auf ihre Unschuld hinweisen.“ - „Ja ja…“ Kopfschüttelnd lief sie aus dem Gefängnis, blieb aber dann vor ihrem Auto stehen um ihr Handy aus der Tasche zu holen. „Ethan? Bist du dir hundertprozentig sicher, dass Miss Candis unschuldig ist?“ - Kurze Stille.
„Ja wieso?“ Hope räusperte kurz, „Der Polizist hatte nur so eine abfällige Bemerkung gemacht, die mich etwas aus der Bahn geworfen hat.“ Ihre Unsicherheit versuchte Ethan zu nehmen und redete auf sie ein. „Rede einfach morgen mit dem Richter und lege die Berichte vor. Informiere aber heute noch den Staatsanwalt über die neuen Beweise“ Hope dankte ihm noch einmal und legte dann auf…
Polizeirevier
Ethan
und Ellen waren in der Wohnung der verunglückten Anna Thomas, die Freundin der
Angeklagten. Sie wohnte alleine und die Folgen von der Spurenabsicherung war
noch immer nicht entfernt worden, da der Fall um den Mord noch nicht geklärt
war. Das Wohnzimmer worin die ermordete Highschool Schülerin verunglückte war
noch mit dem gelben Sicherheitsband gemarkt, die Stelle, an der man Anna Thomas
tot aufgefunden hatte, wurde mit weißer Kreide nachgefahren.
„Haben die von der Spurensicherung etwas aus der Wohnung entwendet?“ Ethan runzelte die Stirn und zuckte danach unwissend mit der Schulter. „Ich denke mal, dass das Handy und alles was Anna Thomas getragen hatte, mitgenommen wurden, aber da es keine Mordwaffe gab, haben sie höchstwahrscheinlich auch nichts entwendet.“ Ellen nickte einvernehmlich. „Und Ellen, kannst du hier was auffälliges sehen? Gibt es irgendwelche Anzeichen für Hexerei?“, fragte Ethan, während die beiden Zimmer für Zimmer abklapperten.
Ellen zog unter der Bettdecke ein braunes Brett mit verschiedenen Buchstaben und einem Hexenstern hervor und hielt es Ethan vor die Nase, „Es gibt in der ganzen Wohnung nichts auffälliges, aber in ihrem Zimmer scheint sie wohl ihre Spielchen mit der Hexerei gehabt zu haben.“ „Und das heißt nun konkret?“, kam Ethan entgegen und wollte von Ellen wissen, auf was sie hinaus wollte. „Du hast doch sicherlich als kleines Kind auch aus Spaß mal Gläserrücken gespielt. Der Punkt ist, dass dies wirklich funktioniert und dafür muss man nur wissen wie.“ Ethan riss vor erstaunen die Augen auf und fasste sich an den Kinn, „Also heißt es, dass Anna Thomas Mithilfe diesen Brettes, die Hexen herbei gerufen haben?“
Kopfschüttelnd legte Ellen das Brett auf das Bett und setzte sich hin, „Nein, so ist es nicht ganz richtig. Mit dem Gläserrücken nimmt man nur lediglich Kontakt mit den Geistern auf, die die Fragen beantworten, die sie gestellt bekommen. In den privaten Nachrichten, die Anna von Melody bekommen hat, ging es doch darum, auf Hexenjagt zu gehen.“ Ethan setzte Ellens Gedanken fort und sprach für sie weiter, „Also haben die drei ermordeten und Melody die Geister nach einer Hexe in Brooklyn gefragt, und als ein Name gefallen war, mussten sie nur noch die Hexe aufspüren.“
Ein Lächeln zog sich über das Gesicht von der Kriegerin aus Bronx, „Für einen Gesetzeshüter war das gar nicht mal so schlecht. Die vier wollten aber nicht nur ein Hallo sagen, sondern die Hexe gefangen halten.“ Ellen stand auf und lief an den Schreibtisch, worauf eine kleine Mixtur in einem kleinen Gläschen aufbewahrt wurde. Auf dem Tisch war noch eine aus dem Internet ausgedruckte Seite, die erklärte, wie man durch eine Mixtur Menschen an sich binden konnte und diese kontrollieren konnte.
Ethan war wirklich beeindruckt, wie Ellen die einzelnen Puzzleteilen zu einem ganzen Bild legte um schließlich zu ihren schlüssigen Schlussfolgerungen zu kommen, „Und du bist sicher, dass Gerichtsmedizinerin dein Beruf ist? Wärst du bei der Mordkommission nicht besser aufgehoben?“ Ellen lachte nach dieser Bemerkung kurz auf und meinte aber, dass das Bild noch nicht fertig war, da noch ein Teil des Puzzles fehlen würde. „Wir müssen mit der letzten Lebenden von den Vieren sprechen um herauszufinden, was sie mit der Hexe angetan haben.“ Einvernehmlich nickte Ethan und lief wieder aus dem Zimmer. Als er den Flur betreten hatte, schellte unerwartet sein Handy…
***
Während Ava in der Wohnung mit der Ungewissheit kämpfen musste, ob ihr Ehemann heil aus der Hölle zurückkommen würde, versuchte sie sich abzulenken. Wie würde das am besten funktionieren? Natürlich, die Telefonleitung musste Heißlaufen. So rief sie ihre Freundin Hope an und tratsche über alles Mögliche mit ihr. Themen gab es genug, denn ein Update über die vergangen Wochen, Tratsch über Neuigkeiten, Schmuck und natürlich Weihnachten würden sie sicherlich von der ganzen Rettungsaktion ablenken. Natürlich verriet sie nicht, wo sie während ihren Flitterwochen gewesen war, obwohl sie gerne jemand gehabt hätte, worüber sie über die ganze Übernatürliche Sache und Tyler in der Rolle als wiedergeborenen Krieger, sprechen konnte.
***
Tyler
riss seine Augen auf und war mitten in einem dunklen Raum, die nur durch kleine
Fackeln beleuchtet wurde. Dwight, der ebenfalls im Raum war, versuchte
verzweifelt aus dem Zimmer zu gelangen. Er vergaß durch die ganze Situation
völlig, dass er nur mithilfe der goldenen Glocke orben konnte und scheiterte bei
den Versuchen, von diesem Ort zu entkommen. "Verdammt,
wo bin ich denn hier?", schimpfte Dwight und
tastete sich langsam vor. Unerwartet spürte er etwas Knochiges am Boden, die er
gerade berührt hatte und schreckte verwundert zurück. Als er erkannte, dass dies
ein Bein war, stieß er ein angewidertes Stöhnen von sich.
Doch hinter ihm war es nicht besser. Ohne nach hinten zu blicken, tastete er sich zurück und fühlte eine abgetrennte Hand, die einfach so am Boden lag. "Was zur Hölle geht hier vor sich ? Wo bin ich?" Durch einen leichten Windzug wurden die Flammen an den Fackeln größer und leuchteten für einen kurzen Moment den Raum auf. Mit Entsetzen musste Dwight feststellen, dass er mitten in einem Leichenkeller war und um ihn herum, unzählige zerstückelte Leichen lagen. Einem fehlte zum Beispiel der Kopf, der womöglich irgendwo im Raum den Rest seines Körpers liegen musste oder dieser Mann, dem das Unterleib aufgeschnitten wurde und blutend neben einem körperlosen Arm lag.
Ein eiskalter Schauer lief durch Dwights Rücken und er wusste in diesem Moment nicht wirklich, was er machen sollte. Dwight hatte ja schon vieles gesehen, aber so etwas derartig widerliches, hatte er noch nicht zu Gesicht bekommen. Seine Angst gelangte zum Höhepunkt, als diese Leichen auf einmal zu Leben erweckten und bedrohlich zu ihm hervor gekrochen kamen. Mit mehreren Windstößen wollte Dwight die Untoten von sich fernhalten, doch diese blieben von seinen Windattacken unversehrt und bewegten sich weiterhin in Dwights Richtung.
Plötzlich packten zwei Hände Dwights Arme und drückten ihn mit dem Rücken auf den Boden. Ein Kopf sprang auf seinen Körper und fing an, sich durch sein T-Shirt zu nagen. Mit all seiner Kraft, schrie der junge Mann um Hilfe und spürte, wie die Zähne sich zu seinem Bauch vorarbeiteten. Die Körperlosen Beine, stampften immer wieder in die Brust des wehrlosen Mannes ein, der qualvoll mit seinen Tränen kämpfen musste, da der Schmerz immer schlimmer wurde. "Hillllfeeee.. Kann mich denn keiner Hören? Ach du scheiße... Ahhhh...." Der körperlose Kopf biss ausversehen in eine Kette mit einer Eidechse. Angewidert spuckte dieser, die Kette in Tylers Richtung, der total erstarrt da stand und kaum ein Wort herausbringen konnte. „Ich habe diese Situation schon einmal in meiner früheren Vision gesehen, damals im Restaurant 360...“, stammelte er vor sich hin und realisierte, dass etwas in seine Richtung geworfen. Tyler blickte nun verwundert an sich hinunter und erkannte seine Kette wieder, die er in diesem Moment selber trug. „Dad? Dad, bist du das wirklich?“, schrie Dwight, während die Körperteile weiterhin auf den wehrlosen Jungen einschlugen.
Tyler musste eingreifen. Deshalb eilte er zu Dwight und befreite seinen Sohn von den gefährlichen Körperteilen. Als Dwight wieder auf den Beinen stand blickte er benommen zu Tyler, „Darf ich das nun glauben oder bist du nur ein Wunschgedanke?“ -„Reden wir, wenn wir etwas mehr Luft zum Atmen haben“, riet Tyler und lief so schnell wie es ging mit dem hinkenden 20-Jährigen außer Schuss weite. Als der Anwalt mehrmals gegen die verschlossene Tür rammte und die dann nach dem dritten Mal aufsprang, war Tyler Gott froh, dass sie aus dem Keller gelangen konnten, mit der Hoffnung, dass hinter der Tür nicht schon die nächste Überraschung auf sie warteten.
Dwight blieb kurz stehen. „Ich
habe doch gesagt, dass du nicht hier runter kommen solltst. Hier ist es zu
gefährlich. Alle Dämonen die du vernichtet hast, warten nur darauf, dich wieder
in die Finger zu bekommen.“ Schmunzelnd,
übergab Tyler seinem Sohn die Kette, die er bei dem Angriff verloren hatte, „Ich
weiß und deshalb erwarte ich von dir einen selbstgebackenen Kuchen, wenn wir
hier rauskommen.“
Unerwartet tauchten mehrere dunkle Gestalten auf, die nicht gekommen waren um
Tylers Geburtstag zu feiern. „Ich glaube, dass
wir später über deinen Kuchen diskutieren sollten“,
merkte Dwight an und blickte zu den zornigen Dämonen, die langsam aber sicher
die Carrendoors einkreisten…
***
„Ethan
Bridgeman, hallo?“ Ellen konnte aus Ethans
Handy die laute und wütende Stimme hören. Die Person schien wohl mächtig sauer
auf Ethan zu sein. „Mister Bridgeman, können Sie
mir bitte erklären, weshalb sie Miss Waltham bei dem Fall von der Verdächtigten
Miss Candis wichtige Berichte zuerst zukommen lassen, anstatt es mir, den
zuständigen Staatsanwalt zu geben? Tatsache ist, dass die Verdächtigte nun
Unschuldig ist, aber dennoch finde ich es eine Frechheit von Ihnen, dass sie
obwohl wir eigentlich in einem Boot schwimmen sollten, in diesem Fall gegen uns
gearbeitet haben. Wir beide Arbeiten für den Staat und da sollten wir keine
Unstimmigkeiten haben.“ Ethan schluckte.
„Wenn ihr Job Ihnen was bedeutet, dann sollten Sie vorsichtig sein. Diesmal haben Sie eine Unschuldige vor einer Strafe gerettet, aber Sie wissen genauso wie ich, dass nicht alle die wir anklagen unschuldig sind. Meistens liegen wir nämlich richtig und sperren die Verbrecher hinter Gitter. Merken Sie sich das für die Zukunft.“ Aus dem Hörer erklangen kurze Pieptöne, was bedeutete, dass der Anrufer, in diesem Fall war es Terrence Capwell, der Staatsanwalt, aufgelegt hatte. Ellen merkte, dass Ethan nach dem Gespräch bedrückt und nachdenklich wirkte und legte deshalb tröstend ihre Hand auf seine Schulter, „Du machst das richtige und ich weiß, dass Tyler dir sehr dankbar dafür ist. Lass den eingebildeten Schnösel reden, der weiß ja nicht, wieviele Menschen du schon gerettet hast.“ Ethan versuchte tapfer zu Lächeln, doch musste er immer an die Worte denken, die Terrence zu ihm gesagt hatte…
***
Tyler erkannte in drei Dämonen die Graien (Episode 2), die Hexen bei und Personifizierung des Alters, ihre Schwester, Medusa (Episode 2) war ebenfalls unter ihnen, die neben der Vampirin, Gillo (Episode 4) mit ihren Schlangen auf dem Kopf gefährlich in die Richtung von Tyler lief. Tyler realisierte, dass hinter seinem Rücken wieder einige Dämonen auftauchten und drehte sich um, während er immer wieder kurz zu den Graien, Medusa und Gillo schielte.
„Na super gibt es nun ein unverhofftes Wiedersehen mit den besiegten Dämonen? Ich habe nie signalisiert, dass ich ein zweites Date mit euch haben möchte? Und im übrigen seid ihr ohne menschliche Körper richtig hässlich“, maulte Tyler und wurde von Dwight weggezogen. Beide rannten nun den langen Gang hinunter mit der Hoffnung, dass die Dämonen die hinter ihnen her waren nicht schneller als sie waren. Unter der wütenden Meute waren außerdem noch Chochano (Episode 6) und Assaku (Episode 6). Alle wollten sich an Tyler rächen, der verantwortlich war, dass sie zurück in die Hölle mussten. Noch während Tyler und Dwight vor den Dämonen wegrannten, öffnete sich eine Tür und zwei Personen kamen zum Vorschein, die der Anwalt ebenfalls kannte. „Kommt hier rein“, forderte der junge Mann auf und machte den Flüchtenden Platz um hineinzurennen.
„Mitch
ich…“, Dwight mischte sich in das Gespräch an,
welches Tyler anfangen wollte. „Wir können hier
niemanden trauen. Wer gibt uns die Garantie, dass Mitch (Episode 4) und
Gladys (Episode 9) nicht dieselben Absichten haben, wie die da draußen.“
Tyler entfernte sich langsam von Mitch und Gladys, die nach der Aussage empört
zu Dwight blickten. „Jeder möchte hier aus der
Hölle, aber im Gegensatz zu den Anderen wollen wir beide Ihn nicht bluten sehen.
Ich habe Tyler so viel zu verdanken und das habe ich während ich in der Hölle
bin nie vergessen“, sagte Mitch und hielt dabei
die Hand seiner Freundin. Ein lautes Poltern gegen die Tür sorgte für neue
Aufregung. „Tyler hilf uns.“
Tyler blickte zu Dwight hinüber, der sich gerade an die Schulter fasste, da er
dort wieder einen Schmerz vom letzten Angriff spüren konnte. „Was
soll ich jetzt machen?“ Wieder trat jemand
gegen die Tür, woraufhin Mitch und Dwight sich gegen die Tür lehnten, um
ungebetene Gäste fernzuhalten. „Egal wie du dich
entscheidest, es sollte möglichst bald geschehen. Lange können wir die Dämonen
nicht mehr aufhalten.“ Gladys sah den Anwalt
bittend an, „Sie wissen doch selbst, dass wir
beide Unschuldig in die Hölle gekommen sind und deshalb ist es nur fair uns
wieder herauszuholen, oder?“ Tyler öffnete den
Mund um etwas zu sagen, doch dazu kam er nicht, da die Tür aufsprang und Mitch
und Dwight in Tyler und Gladys Richtung stolperten.
„Der Tag der Rache ist gekommen.“ Voller Freude, dass Tyler den Dämonen nicht mehr entkommen konnte, streckte die Harpyie Pordage (Episode 7) ihre Hand in Tylers Richtung und wollte ihn gegen die Wand schmettern, doch in diesem Moment sprang Gladys mutig vor dem unsichtbaren Strahl und wurde selbst an der Wand gefangen gehalten. „Dad, mach was!“, schrie Dwight, während er langsam wieder zu Kräften kam und mehrere kleine aber nützliche Windstöße gegen die wütenden Dämonen schleuderte. Die Graien und Medusa wurden von den Windböen erfasst und landeten im Flur. Mitch fing seine Bewusstlose Freundin auf und wurde mit der rechten Hand von Tyler an dem Oberarm berührt. „Dwight komm her, wir verschwinden aus der Hölle“, teilte Tyler mit und winkte seinem Sohn her. Die Harpyien wollten das verhindern, doch im Moment, als Aello (7. Episode) in die Richtung von Tyler sprang, wurden Tyler, Dwight zusammen mit Mitch und Gladys von einem grellen Licht gefasst. Tyler hielt sich schützend die Hand vor den Augen, da er dachte, dass es ein Angriff von den anderen Dämonen war.
Als das grelle Licht nach ließ und Tyler vorsichtig die Hand von seinem Gesicht zog, erkannte er seine bequeme Couch wieder. Dwight holte erleichternd einmal tief Luft, während Mitch mit offenen Mund zu Tyler hinüberblickte, der noch nicht so wirklich glauben konnte, dass sie es tatsächlich ohne große Probleme aus der Hölle geschafft hatten. Noch ehe einer der Anwesenden einen Freudenschrei loslassen konnte, stach aus der Zeichnung zum Höllentor eine Hand heraus, die der Graie Enyo gehörte. Tyler zückte nach seiner Waffe, die in seiner Hosentasche versteckt war und schoss mehrere Male auf die Hand der Hexe, während Dwight und Mitch sich die Ohren zuhielten, da der Knall von der Pistole unerträglich laut war. Die Hand zog sich wieder in die Zeichnung und kurz darauf entflammte das Papier, wodurch die Zeichnung zum Höllentor zerstört wurde. Dwight entfernte langsam seine Hände von den Ohren und blickte zu seinem Vater hinüber, der sich erschöpft auf den Sofa fallen ließ.
Der
Anwalt schaute zu seinem Sohn und lächelte ihn an, „Nusskuchen!“,
fragend runzelte Dwight die Stirn, „Was? Dad was
meinst du mit Nusskuchen?“ – „Ich
will von dir zum Geburtstag einen selbstgebackenen Nusskuchen.“
Beide fingen an zu lachen, stoppten jedoch, als eine andere Person in das
Wohnzimmer gelaufen kam. „Mum?“
Ava und Dwight sahen sich unglaubwürdig an. Doch dies hielt nur eine Sekunde
lang an. Dwight eilte zu seiner Mutter, die Tränen in den Augen hatte und
umarmte sie innig. Beide umklammerten sich fest, da es das aller erste Mal war,
dass die beide sich außerhalb eines Traumes nahe sein konnten. „Ich
habe dich so vermisst“, flüsterte Ava und
drückte Dwight nur noch fester vor Freude.
Tyler dagegen wandte sich zu Mitch, weil er wissen wollte, wie es nun mit dem Student und seiner Freundin weiterging. „Der Sensenmann hat dafür gesorgt, dass sich niemand mehr an euch erinnern kann. Es ist so, als hätte es euch niemals gegeben. Ich muss aber zugeben, dass du mich ganz schön reingelegt hast. Du bist ja in Wahrheit nicht Mitch River, sondern ein Dämon, der in die Menschenrolle hinein wuchs.“ Mitch kam ins Stottern und wusste nicht so recht, was er darauf sagen sollte.
„Fangt einfach ein normales Leben an und versuche den Dämonen aus dem Weg zu gehen. Achja und fürs Protokoll, du bist für einen Dämonen echt nett.“ Dwight blickte verwundert zu seinem Vater, der nicht glauben konnte, was er gerade aus dem Mund von Tyler gehört hatte. War es nicht Tyler Carrendoor höchstpersönlich, der in der Zukunft die Dämonen abgründig hasste und strikt dagegen war, dass er und Madison, die Halbdämonin ein Paar waren? Wahrscheinlich war der Hass auf die Dämonen im Jahr 2008 nicht so groß wie in 2028, nur so konnte es sich Dwight erklären. „So und jetzt sind es noch 10 Minuten bis wir 24 Uhr haben und mein ritterlicher Anwalt 26 Jahre alt wird.“...
Fortsetzung:
11.5. Privater Hexenzirkel