1 | Unschuldig

1.1. Schuldig oder Unschuldig

Tyler Carrendoor ist 25 Jahre alt und lebt in einem Penthouse mitten in Brooklyn. Vor einem Jahr beendete er sein College mit Bestnoten und ist seitdem als Anwalt in der Kanzlei „Jackson & Lewis“ tätig. Er hat es manchmal nicht leicht, da es in dieser Anwaltskanzlei noch niemand in so jungen Jahren geschafft hat einzutreten…


Es war 6:00 Uhr morgens, als Ava den übermüdeten Tyler mit einem sanften Kuss weckte, „Guten Morgen, Schatz. Die Arbeit ruft. Komm Schlafmütze steh endlich auf. Ich habe schon Frühstück gemacht“. Verschlafen drehte er sich zu Uhr und schlug sein Kissen über den Kopf, „Noch 5 Minuten Ava, ok? Ich komm dann runter“, maulte der 25-jährige.

Ava, die seit einem halben Jahr mit ihm zusammen wohnte lief aus dem Zimmer und ging in die Küche. Es duftete nach frisch gebrühten Kaffe und gebackenen Beagles. Sie setzte sich an den Küchentisch und las die Zeitung, „Schatz, bist du nicht an diesem Fall mit William Folks dran? In der Brooklyn Eagle (das ist der Name der Tageszeitung) steht, dass William Folks nur noch 1 Woche hat, bis sie ihn brutzeln wollen!

Ein lautes Stöhnen hörte man aus dem Schlafzimmer und kurz darauf öffnete Tyler die Tür. Er setzte sich ebenfalls an den Tisch und nahm einen kräftigen Schluck vom Kaffee. Er blickte zu Ava, die gerade die Zeitung lies,

Musst du mich eigentlich immer daran erinnern, dass ich nur noch eine Woche Zeit habe um meinen Mandanten frei zusprechen? Aber ganz ehrlich, ich glaube, dass er zu tief in der Scheiße steckt. Alle Anzeichen deuten auf eine Verurteilung. Ich kann machen was ich will, er bleibt bei seiner Aussage, dass er die Frauen nicht ermordet hat!“.

Seine Freundin schüttelte den Kopf und meinte, dass er doch selber Schuld war. Schließlich wollte er ja unbedingt diesen Fall! Ihrer Meinung nach hätte es lieber Jason Mc Gellegar machen sollen, der hatte eh einen Hass auf Tyler.

Trotzig biss der 25-jährige in den Beagle und widersprach Ava, „Schatz du verstehst das nicht. Er versucht doch mit jeden Mitteln mich wieder aus der Kanzlei rauszuekeln. Nein, dass lass ich mir nicht gefallen! Aber was anderes, gib mir mal das Telefon. Ich ruf mal Ethan an, vielleicht hat er neue Informationen über diesen Fall“.

Während er mit seinen alten College- Kollegen telefonierte verschlang er noch 5 weitere Beagles. Ava schüttelte nur den Kopf und räumte den Tisch ab. Im Gespräch mit Ethan, der bei der Polizei arbeite, berichtete er Tyler, dass zu dem Zeitpunkt des Geschehens nur William in Haus der ermordeten Frau war.

Außerdem fand er heraus, dass die ermordete Frau die Kellnerin war, die in der „Roxy Bar“ arbeite. Sie war es auch, die William in der Bar bedient hatte. Es sah nicht gut für Tyler aus. Zum ersten mal in seiner Karriere, hatte er keinerlei Beweise. William war in jedem Punkt schuldig.

Etwas aufgebraust fuhr er in die Psychiatrieanstalt „Ewa Joseph F Dr“. Sein Mandant wartete schon in Sprechzimmer auf ihn, „Mr Folks, bitte erzählen sie mir noch mal was an diesem Abend geschehen ist“. Wütend blickte er zu Tyler der einen Stift und Notizblock aus seiner Tasche holte. „Mr. Carrendoor ich habe ihnen alles schon gesagt. Es bringt doch eh nichts.

Jeder denkt doch das ich verrückt bin. Aber eins sag ich ihnen, ich schwöre bei Gott, da war ein kleines Mädchen...“. Tyler wollte, dass er weiter erzählte, aber William wollte nicht mehr. Er hatte seine Hoffnung aufgegeben. Mr. Folks fragte den jungen Anwalt, ob es sehr schmerzhaft wäre, wenn er tatsächlich auf den Stuhl musste. Zögerlich antwortete Tyler, dass er dies nie erfahren möchte.

Oh Mein Gott, wieso bin ich der Kellnerin nur hinterher gelaufen! Zu Hause sitzt meine Frau und meine Tochter! Nur die glauben noch an meine Unschuld. Geben sie es zu, sie können mir nicht helfen! Keiner kann das!“ Nach einer Stunde verließ Tyler wieder die Psychiatrie. Er fuhr zu Ethan.

Als der Polizist ihn in die Wohnung bat, fragte Tyler zögerlich, ob er es nicht irgendwie schaffen könnte ihn in das Haus von der ermordeten Frau zu lassen. Anfangs dachte Ethan noch, dass es ein Scherz von seinem Freund war, doch als er in Tylers Gesicht blickte und er die strenge Miene sah, schüttelte er den Kopf, „Tyler du Spinner, das darf ich nicht! Du willst doch nicht, dass ich meinen Job verliere! Nein, alles aber das nicht!“.

Tyler lies nicht locker und konfrontierte ihn mit einigen Argumenten, „Ach komm schon Ethan. Du hast dann auch was Gutes bei mir! Ich habe dich früher auch immer abschreiben lassen“. Nach langen zögern ließ der Polizist sich überreden und fuhr mit Tyler zum Tatort. Er wies daraufhin, dass der Anwalt nur maximal 10 Minuten hatte.

Tyler lief in das Zimmer, wo die Frau erstochen wurde. Er zog sich Handschuhe an, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Irgendwas sagte ihm, dass die Polizei nicht gründlich war und wichtige Details übersehen hatte.

Kurz darauf trat auch Ethan in das Zimmer, „Tyler ich verstehe ja, dass du deinen Job machen möchtest, aber geht die Detektiv Nummer nicht etwas zu weit? Hörst du mir überhaupt zu? Komm mal hinter der Heizung hervor. Was suchst du denn überhaupt?

Tyler legte sich auf den Boden und griff hinter die Heizung. Hinter der Heizung war eine Kette versteckt. Mit großen Augen betrachteten die zwei die Kette, „Mr. Allwissend können sie mir sagen, was das für eine scheußliche Kette ist?“, fragte Tyler den Polizisten und reichte ihm die Kette.

Ethan schüttelte den Kopf und hielt die Kette in das Licht. „Eins ist sicher, das gehört auf keinen Fall Mr. Folks, denn da ist ein Mädchenname eingraviert... Rachel Kingston. Irgendwo her kenne ich diesen Namen, aber woher denn bloß“, flüsterte Ethan und lief im Zimmer umher während er nachdachte. Der Anwalt hielt den Anhänger direkt vor seinen Augen. Plötzlich hörte er schreien, „Diese Kette gehört mir!“. Vor schreck lies er die Kette fallen.

Für einen kurzen Moment erschien ein kleines Mädchen die gegen die Fensterscheibe klopfte. Tyler drehte sich zu Ethan. Doch er überlegte immer noch und hatte diese Erscheinung anscheinend nicht gesehen. „Ethan hast du das gerade gehört und gesehen? Da war ein kleines Mädchen vor dem Fenster!“, teilte er mit zitternder Stimme dem Polizisten mit und entfernte sich vom Fenster.

Der Polizist ging zu Tyler und klopfte ihn auf die Schulter, „Wir sind nicht mehr auf dem Kollege Tyler. Du müsstest am ehesten wissen, dass es keine Geister gibt. Komm jetzt, bevor uns jemand entdeckt!“.


Irritiert verließ Tyler das Haus und steckte die Kette in seine Jackentasche. Der Anwalt bat seinen Freund mehr über Rachel Kingston herauszufinden und ihm schnellstmöglich darüber zu berichten.

Als er zu Hause war setzte er sich in sein Büro und kramte in den Unterlagen von William Folks. Als er seine Polizeiaussage noch einmal durchlas wurde ihm ganz schaurig. Williams Beschreibung passte haargenau auf das kleine Mädchen, dass Tyler für Sekunden gesehen hatte.

Es war 22 Uhr als Ethan an Tylers Tür klingelte. Ava machte die Tür auf, „Hi Ethan, du willst sicherlich zu Tyler. Naja vielleicht bekommst du ihn ja mal aus seinem Büro. Ich habe alles versucht, aber er kam nur kurz zum Essen. Er ist regelrecht vernarrt in diesen Fall“.

Der Polizist schmunzelte und ging in das Zimmer, „
Tyler ich habe Neuigkeiten. Rachel Kingston war eine Pfarrerstochter. Sie ging normal in die Schule. Doch mit 10 Jahren veränderte sie sich langsam von netten Mädchen zum bösen Kind. Sie drehte völlig durch. In der Kleinstadt fingen die Leute anzutuscheln und es ging das Gerücht herum, dass die Pfarrerstochter von einem Geist besessen war. Irgendwann übertrieb sie, so dass ihr Vater sie an das Bett fesselte und die Tür verriegelte. Als er nach einer Stunde nach seiner Tochter sehen wollte, hing sie leblos an einem Strick."....

weiter zu 1.2. Himmlischer Besuch

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